Die Kelten und das Oppidum Manching (1)

Im 5. bis 3. Jahrhundert war die keltische Welt in Bewegung. Viele Kelten verließen ihre Heimat, um in der Ferne eine neue Lebensgrundlage zu finden. Einzelheiten darüber sind nicht nur aus den historischen Quellen überliefert, sondern vor allem aufgrund der archäologischen Funde bekannt. Die Kelten kamen sowohl auf ihren Wanderungen als auch als Söldner in intensiven Kontakt mit der hellenistischen Mittelmeerwelt. Ihre heimische Kultur nordwärts der Alpen erhielt dadurch wesentliche neue Impulse. Einer ersten Ausbreitungswelle nach Süden folgte eine zweite nach Osten. Beide Male wurden die Barbaren des Nordens zum Schrecken der Römer und Griechen: 385 beim Sturm auf Rom, 279 beim Überfall auf Delphi. Die großen griechischen und römischen Schriftsteller haben diese Ereignisse festgehalten.

Die keltischen Wanderungen folgten keiner einheitlichen Zielrichtung. Kelten aus Südbayern kamen bis nach Griechenland, Kelten aus der Schweiz nach Böhmen, Kelten aus Böhmen wiederum nach Südbayern und Oberitalien. Manchmal lässt sich auch die Rückkehr ins Heimatland feststellen. Der weiteste Vorstoß brachte keltische Scharen bis nach Anatolien, wo sie unter dem Namen Galater bis heute bekannt sind.

Keltische Gesellschaft
Das Zusammenleben der Kelten war durch eine Stammesgesellschaft geprägt. An der Spitze der Stämme standen Häuptlinge, die vom freien Volk gewählt wurden. Ihnen standen die Druiden bei, gefolgt von Handwerkern Bauern und Händlern. Die vierte Schicht waren Unfreie. Die Kelten war in unzählige Stämme und Clans zersplittert, die einerseits oft untereinander zerstritten waren, aber auch in gemeinsamen Treffen weittragende Entscheidungen fällen konnten. Die Frau waren geachtet, ihr Ansehen war an die Stellung ihrer Sippe gebunden.

Hoch gerühmt waren wegen ihrer Bildung und Weisheit die Druiden. Sie galten als Astronomen, Seher, Priester, Richter und Lehrer. Als privilegierte Schicht zahlten sie keine Steuern und waren vom Kriegsdienst befreit. Die Ausbildung zum Druiden dauerte zu 20 Jahre. Einzelheiten sind kaum bekannt, da es die Druiden für Frevel hielten, ihre Lehren schriftlich niederzulegen. Die griechische Schrift, derer sie kundig waren, benutzten sie nur für Privat- und Staatsgeschäfte. Sie lehrten die Unsterblichkeit der Seele und ein Leben nach dem Tode in einem anderen Körper.

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Kategorien: Kelten

Erstellt 27.08.2011 | Letztes Update 10.12.2012 | 3687 Aufrufe