Die Kelten und das Oppidum Manching (3) – Untergang und das Leben unter den Römern

Der Untergang von Manching war ein allmählicher Prozess. Die keltische Welt verlor ab dem späten 2. Jahrhundert an Bedeutung. 118 v. Chr. errichteten die Römer in ihrer ersten Provinz in Südgallien: die Bürgerkolonie Narbo Martius (Narbonne). Damit wurde ein Keil in die keltische Welt getrieben. Vom Norden drohte zunehmend Gefahr durch die Germanen. Die Kimbern und Teutonen kamen auf ihrem Zug in den 20er Jahren des 2. Jhd. v. Chr. durch Südbayern. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es auch um Manching zu Konflikten kam. Während des 1.Jahrhunderts nahmen die Bedrohungen weiter zu. Germanische Einfalle von Norden und die Expansionspolitik Roms erschütterten das Wirtschaftssystem der Oppida schwer. Mit den Kriegen Cäsars traten Veränderungen ein, die vermutlich das gesamte Handelswesen zum Erliegen brachten. Der letzte Import von italischem Wein nach Manching datiert in die Zeit um 80 v. Chr. Das Oppidum selbst endete jedoch erst später: Es ist wahrscheinlich, dass zuletzt nur noch ein Teil der Bevölkerung in einzelnen Bauerngehöften zurückblieb. Die jüngsten keltischen Funde datieren in die Zeit um 40/ 30 v. Chr. Als die Römer das Alpenvorland im Jahr 15 v. Chr. eroberten, war von der einst blühenden Stadt nur noch die verfallene Stadtmauer vorhanden.

Manching in der Römerzeit
Rund zwei Generationen nach dem Niedergang des keltischen Oppidums stand Anfang des 1. Jhd. n. Chr. im Zentrum des Ringwalles eine römische Siedlung. Ein Reiseverzeichnis sowie ein spätantikes Staatshandbuch überliefern ihren Namen, der auf die vorrömische Befestigung Bezug nimmt: Vallatum. Ausschlaggebend für die Wahl des Standorts waren der Verlauf der Römerstraße auf der keltischen Wegetrasse entlang des südlichen Donauufers und ein alter Donauübergang nördlich des Oppidums. Die Siedlung ist kaum erforscht. Die Häuser waren überwiegend aus Holz errichtet und bescheiden ausgestattet. Die Funde belegen die Verarbeitung von Eisen und das Brennen von Kalk aus den Steinen der verfallenen keltischen Stadtmauer. Nach Zerstörungen in der Krisenzeit des 3. Jhd. entstand ein Kastell, das bis in das 5. Jhd. bestand und eine Reitereinheit beherbergte.

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Teil 1: „Die Kelten und das Oppidum Manching“
Teil 2: „Aufstieg und Alltagsleben“
Gesamter Artikel – Teil 1 – 3




 
 
Kategorien: Kelten

Erstellt 31.08.2011 | Letztes Update 10.12.2012 | 2601 Aufrufe