Eine vergessene Gruft und ihr Geheimnis

Vergessene Gruft

Bild: Donau Kurier

Ein heruntergekommenes Häuschen im Pförringer Ortsteil Dötting, komplett mit Bäumen und Sträuchern überwuchert; eine mächtige, verrostete Eisentür führt ins Innere einer Gruft. Im Vorraum zeugen ein heruntergekommener Altar und verstaubte Kirchenbänke vom Verfall und die Decke weist dicke Risse auf. Drei Stufen führen in einen zweiten Raum hinab. Dort stehen vier Außensärge und ein leerer Sarg.

In dieser 1836 erbauten Gruft in Pförring wurden fünf mumifizierte Tote aus dem 19. Jahrhundert gefunden. Man erzählte sich früher, dass angeblich Orgien in der Gruft gefeiert und die Leichen geschändet wurden. Ein Einheimischer setzte aber dem Treiben ein Ende und so geriet das Gebäude irgendwann in Vergessenheit.

Bei den Toten in der Gruft handelt es sich um die Familie und einen Freund von Friedrich Wilhelm Freiherr von Jordan, einem Kammerherrn von Bayernkönig Maximilian I. Von Jordan war zeitweise Besitzer des nahe gelegenen Schlosses Wackerstein und der Hügel, auf dem die Gruft steht, war Teil der Ländereien, die zum Schloss gehörten.

[Update]: Am 22.07.2012 wurden die fünf Mumien in einem Festzug feierlich in ihre kleine Gruft zurückgebracht. Die Särge wurden dort für immer versiegelt, die Jordangruft selber endgültig geschlossen und die fünf Toten endlich der ewigen Ruhe übergeben (»Beitrag „Die Mumien der Jordangruft“).




 
 
Kategorien: Kirchen

Erstellt 31.01.2012 | Letztes Update 24.07.2012 | 3331 Aufrufe