Buchtipp: Das Kultplatzbuch – Ein Führer zu den alten Opferplätzen, Heiligtümern und Kultstätten in Deutschland

Zwischenablage01Wenn es einen Buch-Klassiker über Kraftorte in Deutschland gibt, dann ist es das Kultplatzbuch von Gisela Graichen.

Bereits 1988 erschien dieses Werk und muss wohl für die damalige Zeit revolutionär gewesen sein, irgendwo eingeordnet zwischen verbotenen Kulten und verworrener Spinnerei. Aber zum Glück haben sich die Zeiten völlig geändert, so dass das Thema „Kraftorte“ (nahezu) gesellschaftsfähig und anerkannt ist.

Das Buch befasst sich (neben einer umfangreichen Einleitung) über wichtige Kraft- und Kultorte im gesamten Bundesgebiet und ist trotz des fortgeschrittenen Alters eine gute Quelle der Inspiration, welche Orte es besonders wert sind, besucht zu werden.

Einleitung
Persönlich finde ich die Einleitung mindestens genauso spannend wie den Inhalt, denn in der Einleitung beschreibt in der Gisela Graichen plastisch ihre Erfahrungen, wie schwer es ist, bei „Ungläubigen“ über Themen wie Kult-, Kraftorte zu recherchieren – und das ist aus meiner Erfahrung absolut nachvollziehbar. Gerade diese Problematik hat sich in all den Jahrzehnten wohl nur sehr schleppend gebessert, wenigstens ist das meine Erfahrung!

Inhalt
Der eigentliche Inhalt beginnt unter der Überschrift „Auf den Spuren der alten Religion“. Hier werden bekannte Kraftorte unter dem Aspekt ihrer Verbindung  zur Religiösität ausführlich beschrieben. Besonders ist die Auswahl der Art der Orte beeindruckend, denn dort werden z.B. religiöse Höhlenfunde, heilige Haine, Viereckschanzen, Mehire, heilige Steine, Baumheiligtümer, Opferstätten oder heilige Gewässer vorgestellt.

Das zweite große Kapitel sind die einzelnen Kraftorte, die vorbildlich nach den Bundesländer Baden Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein(-Westfalen), (Nordrhein-)Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein getrennt sind.

Jeder einzelne Beitrag enthält ein Bild sowie eine eher kurz gehaltene Beschreibung des jeweiligen Kraftortes. Dabei wäre es aus meiner Sicht wünschenswert gewesen, dass diese Texte etwas ausführlicher geworden wären, wobei aber auch so alle wichtigen Informationen aufgeführt werden. Alles in allem sind die Texte sehr fundiert und informativ und beschreiben die Orte sehr treffend.

Ein absolut unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Beitrags sind die detaillierten Anfahrtsbeschreibungen mit hilfreichen Erfahrungen der Autorin, um den Ort zu finden. Es ist aber der damaligen Zeit geschuldet, dass es keine GPS- oder anderweitige Geodaten gibt, um „idiotensicher“ ans Ziel zu finden. So ist es notwendig, die Anfahrtsbeschreibungen zu lesen und auf einer Landkarte nachzuverfolgen – eben Stand der Dinge damals.

Ebenfalls zu jedem Beitrag findet man Literaturverweise, Hinweise auf externe Quellen oder Informationen, die den Beitrag abrunden.

Mein Fazit
Dieser Buch-Klassiker ist ein absolut empfehlenswertes Buch und hat nicht von seinen Reiz nicht verloren. Es inspiriert mich und vermutlich auch jeden, der kraftvolle Orte sucht und besucht. Und viele bayerische Kraftorte, die ich mittlerweile besucht habe, finden sich dort, obwohl ich bis vor einiger Zeit das Buch noch gar nicht kannte.

Damit ist das Buch ist ein absoluter Lesetipp und (gut erhaltene) Exemplare sind bereits für unter 1 € zu bekommen – nur diese niedrigen Preise hat das Buch überhaupt nicht verdient, denn es ist mehr wert!

Zwischenablage01Das Kultplatzbuch
Gisela Graichen
Bechtermünz-Verlag
1999
21,2 x 14,2 cm, 383 Seiten
Gebunden/ Taschenbuch

ISBN 978-3860471760
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Inhaltsverzeichnis
Suche nach den Wurzeln
Ein Abenteuer in Deutschland

Auf den Spuren der alten Religion

  • Die androgyne Rote
    Steinzeitkunst und Religion
  • Der Plumps von Ahrensburg
    Die norddeutschen Renjäger und ihre „Opferteiche“
  • Von Kannibalen, Raubgräbern und anderen Deutschen Kulthöhlen
  • Schneewittchen und das Männlein im Walde Rausch und Drogen
  • Obelix in Oldenburg?
    Hinkelsteine und Menhire
  • Die Privatsammlung des Herrn Guggenmos
    Aschenaltäre und Brandopferplätze
  • Tempel ist immer die Natur
    »Viereckschanzen« – spätkeltische Heiligtümer
  • Pfaffenhütchenrinde
    Heiliges Wasser
  • Machos und Matronen
    Keltisch-germanische Muttergottheiten im Rheinland
  • Glaube und Aberglaube
    Heilige Haine und Moore der Germanen
  • Stillewerden
    Heilige Bäume und Berge der Slawen

Vor- und frühgeschichtliche Kultplätze, Opferstätten und Naturheiligtümer

  • Praktische Hinweise
  • Baden Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Hamburg
  • Hessen
  • Niedersachsen
  • Nordrhein(-Westfalen)
  • (Nordrhein-)Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Schleswig-Holstein
  • Die neuen Bundesländer



 
 
Kategorien: Lesetipps

Erstellt 21.11.2012 | Letztes Update 28.07.2013 | 6194 Aufrufe