Kraftvolle Orte vs. Denkmalschutz?

Meine MeinungVor ein paar Tagen erreichte mich die nachfolgende Nachricht über das »Formular, wo jeder Besucher in einer kleinen Umfrage seine Meinung zu meiner Seite schreiben kann:

[…]schon seit über 20 Jahren bin ich ehrenamtlich beim Denkmalschutz tätig. Schöne Seite und auch ganz schön naive Seite. Schon mal etwas von Raubgräbern gehört? Damit wollen sich die wenigsten Identifizieren, aber wenn man so eine Seite macht die Lage von solchen relevanten Orten genau beschriebt dann bleibt der Missbrauch auch nicht aus. Zu mindestens müsste man auf der Seite einmal darauf hinweisen das es Denkmalschutzgesetze gibt die man bitte einhalten solle, das ist so eine Passage was ich auf solchen Seiten immer vermisse.

Anonym – ohne Worte…
Erst einmal hat es mich geärgert, dass der Schreiber anonym geblieben ist. Es ist immer einfach, jemanden anzustänkern und dann -nix wie weg- vor der Antwort davon zu laufen. Wer mich kennt weiß, dass ich mich jeder Diskussion und Meinung stelle, auch wenn sie für mich unangenehm sein sollte. Und auf eine konstruktive Diskussion hätte ich mich schon gefreut.

Die Vorwürfe
Ja, anonymer Schreiber, ich kenne Raubgräber und ich fand es schon immer unmöglich, an Bodendenkmälern Raubgrabungen durchzuführen. Das ist der die Zerstörungen geschützter Denkmäler und beim Raub von Funden, illegaler Diebstahl von nationalem Kulturgut. Das geht gar nicht und ich bin ein absoluter Gegner solcher Aktivitäten.


Genaue Wegbeschreibung ja oder nein?
Hätte der Schreiber meine Seite wirklich durchgesehen, wäre er auch auf den Beitrag “Wegbeschreibungen oder nicht?” gestoßen. Dieser immer noch aktuelle Beitrag entspricht noch immer meiner (damaligen) Einstellung: In Zeiten digitaler Medien und immer und überall verfügbarer Informationen können kulturell relevante Orte einfach nicht geschützt oder unauffindbar gemacht werden. Deswegen führe ich in meinen Beiträgen genaue Wegbeschreibungen auf.

Sondengänger
Ungeachtet meiner Wegbeschreibungen sehe ich die Sondengänger als wirklich problematisch an – und nicht meine Seite. Und obwohl in Bayern Sondengänger für die Suche auf Bodendenkmälern eine Genehmigung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege benötigen (die jedoch meist verweigert wird), wird eben ohne Genehmigung (und damit illegal) gegangen und gegraben. Dazu kommt dann, wie bereits oben geschrieben, kann man relevante Orte mit etwas Recherche im Internet problemlos finden.

Bayern und die Denkmalpflege
Ich kann die Denkmalpfleger und ihre ehrenamtlichen Helfer darauf bedacht sind, “ihre” Denkmäler zu schützen. Wegen der immer weiter schwindenden Rückhalt durch die Bayerische Staatsregierung und fehlenden Geldmitteln müssen sie einfach das Gefühl haben, dass sie einen Kampf gegen Windmühlenflügel führen, der nicht zu gewinnen ist. Nur bin ich sicher nicht der Grund, warum die Situation so ist, wie sie ist!

Fazit
Ich würde ehrlich gesagt, auch gerne bei der Denkmalpflege oder archäologischen Grabungen helfen, weil mir die Erhaltung der geschichtlichen Nachässe sehr am Herzen liegt. Würde ich dem Gegenteil, der Vernichtung der Denkmäler Vorschub leisten, würde ich die Seite nicht mehr machen, zumindest nicht in dieser Form.

Das sind die Gründe, warum ich mich auf eine konstruktive Diskussion mit dem anonymen Schreiber gefreut hätte.




 
 
Kategorien: Blog intern

Erstellt 21.02.2014 | Letztes Update 21.02.2014 | 1174 Aufrufe