Mit dem Schlauchboot auf der Isar zwischen Bad Tölz und Wolfratshausen

Der Name „Isar“ hat indogermanische Wurzeln und setzt sich aus es oder is in der Bedeutung „(fließendes) Wasser“ zusammen. Vermutlich schon seit vorgeschichtlicher Zeit wird der Fluss als Handelsweg genutzt, um Waren aus dem Alpenraum und Italien mit Flößen zur Donau zu transportieren. Auch die Römer nutzten die Isar zum Transport von Waren und ergänzten eine bereits bestehende Handelsstraße aus dem Inntal ins nördliche Alpenvorland ab 195 n. Chr. zur Via Raetia. Später befuhren dann wilde Abenteurer, verwegene Gestalten und waghalsige Handelsvertreter den Fluss.
Die obere Isar südlich von Bald Tölz

Seit Jahrtausenden nimmt die Isar ihren Weg durch eine wundervolle und geschichtsträchtige Landschaft. Mittlerweile gespeist vom Sylvensteinspeicher, schlängelt sie sich durch das Alpenvorland in Richtung Norden. Die beste Möglichkeit, die fast schon greifbare Geschichte in ursprünglich belassener Natur zu erleben, ist eine Schlauchbootfahrt ab Bad Tölz – und das habe ich mit den Isar-Piraten gemacht.

Die obere Isar südlich von Bald Tölz Der Start mit den ist in Bad Tölz,einer alten römischen Siedlung aus dem 12. Jhd., in der sich später auch die Bajuwaren erneut niederließen. Ruhig und völlig von der Zeit unbeeindruckt, umrahmt von dichten, geheimnisvollen Wäldern, schlängelt sich die Isar in Richtung Wolfratshausen. Tiefhängende Bäume und geheimnisvolle Nebenarme begleiten den Fluss, uralte Hügel erheben sich und verschwinden wieder, ab und zu weht ein leicht modriger Geruch über das Wasser und die Sonne glitzert auf der Wasseroberfläche. Es herrscht Ruhe und nur gelegentlich hallt der Schrei eines Vogels durch die Wälder.
Die obere Isar südlich von Bald Tölz

Die obere Isar südlich von Bald Tölz Die Zivilisation tritt zurück und die beeindruckende Natur wird präsent. Vor einem Kurven, durch die sich vor vielen Jahrhunderten bereits Menschen ihren Weg gebahnt haben – beim Blick zurück erheben sich die teilweise schneebedeckten Alpen. Die Römer waren bereits vor 2.000 Jahren hier und die auch Kelten kannten diese Gegend – Geschichte pur!

Vorbei am Malerwinkel erreicht man Einöd, wo man anlandet und rastet – der erste Kontakt wieder mit der Gegenwart! Nach einer kräftigen Mahlzeit geht es weiter Richtung Wolfratshausen. Die Isar ist nun nicht mehr so geradlinig, sondern schlängelt sich in engeren Kurven durch ihr Tal. Links und rechts Hügel, die ein Teil der Geschichte sind, aber für immer schweigen werden. Ein Einschnitte ins Isartal werden tiefer und sind eingerahmt von schwer zu erreichenden Wäldern, die schon immer dort stehen. Namenlose Zuflüsse speisen die Isar und mit der Zeit gehen die dichten Wälder in Auenwälder über.

Immer mehr nähert man sich der sichtbaren Zivilisation und auf den Sandbänke, auf denen seit vielen Jahrhunderten Menschen mit ihren Flößen gelandet sind, liegen nun Badegäste – Wolfratshausen ist nahe. Das Ende dieser beeindruckenden Schlauchbootfahrt ist hier in der Pupplinger Au. Erst jetzt merkt man, wie ruhig und erholsam die vergangenen Stunden in dieser wunderbaren Umgebung waren!

Mein Tipp
Ein Schlauchbootfahrt auf diesem Teil der Isar ist absolut empfehlenswert. Ich habe diese beeindruckende Tour mit den Isar-Piraten gemacht, was ich jedem vorbehaltlos weiterempfehlen kann. Die Touren werden geführt oder auch zu zweit angeboten und das zu wirklich günstigen Preisen.
» Webseite Isar-Piraten

Die obere Isar südlich von Bald Tölz

Anfahrt
Um an den Einstiegsplatz zu kommen, gibt man die Straße „Zum Isarkraftwerk“ (hinter Gewerbegebiet Farchet) ins Navigationsgerät ein. Diese Straße fährt man dann bis ganz zum Ende durch, bis es nicht mehr weitergeht.

Genauer Standort
Start – Google: 47.77853,11.540061 (Anleitung)
Ende – Google: 47.917205,11.446452

Meine Bilder




 
Erstellt 30.04.2012 | Letztes Update 30.04.2012 | 4969 Aufrufe