Geheimnisvolle Erdställe

Was sind Erdställe?
Erdställe sind von Menschenhand geschaffene, unterirdische Gangsysteme. Die Bezeichnung Erdstall hat nichts mit einem Viehstall zu tun, sondern weist auf eine Stelle, die sich unter der Erde befindet. Sie bestehen aus kleinen, höhlenartigen Kammern, die durch enge Gänge und Schlupflöcher miteinander verbunden sind. Labyrinthisch durchziehen sie Kirchberge, Friedhöfe und den Untergrund alter Siedlungsplätze.

Wie sehen sie aus?
Erdställe zeigen deutliche Bearbeitungsspuren von Werkzeugen und lassen das Wissen um bergmännische Techniken erkennen. Kein Erdstall gleicht dem anderen und dennoch scheinen sie alle nach einem gemeinsamen Prinzip erbaut worden zu sein.

Wann und warum wurden sie erbaut?
Nach wie vor ist nicht eindeutig geklärt, aus welcher Zeit die unterirdischen Anlagen stammen. Sicher ist, dass die Eingänge der Erdställe ab dem 12. Jh. n. Chr. verschüttet wurden. Wenige Datierungen lassen auf ein Alter von mindestens 1000 Jahren schließen. Warum die Menschen damals keine Mühe scheuten, im Dunkel der Erde solch eigentümliche Gänge und Kammern zu graben, ist bis heute ein Rätsel.

Quellenangabe: Sämtliche Texte aus Ausstellung „Erdställe, Rätselhafte unterirdische Anlagen“, Ausstellung der Kultisurium Ausstellungen und Präsentationen Gbr., im Archäologischen Museum der Stadt Kehlheim




 
Erstellt 15.04.2012 | Letztes Update 04.11.2014 | 4856 Aufrufe