Steinerne Rinnen

Steinerne Rinnen sind Erhöhungen eines Bachbetts und entstehen durch Abscheidung von Kalk aus fließendem Wasser. Überwiegend an Waldhängen sammelt sich kalkreiches Wasser in unterirdischen Becken, wobei eine Tonschicht das weitere Versickern verhindert.

Durch den Kontakt mit Sauerstoff bildet sich zusammen mit dem sauren Kalk des Wassers der sogenannte Kalktuff. Hydrogenkarbonathaltiges Wasser fällt Kalk aus, wenn es Kohlensäure abgibt. Kalktuff entsteht überwiegend anorganisch. Am besten bildet sich Tuff, wo sich das Wasser stark bewegt und daher am meisten mit Luft gemischt wird. Der durch die Kohlensäuresäure an Luft gefällte Kalk lagert sie dann besonders an Moosen ab. Die von Pflanzen bewirkte phytogene Tuffbildung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Drei Möglichkeiten der Kalkfällung (Kalkbildung) werden dabei unterschieden. Pflanzen, vorzugsweise Moose, vergrößern die Fläche, an der Wasser mit Luft in Berührung kommt. Der durch Moose gebildete Tuff ist locker und großporig. Außerdem entziehen Pflanzen zu ihrer Ernährung dem Wasser Kohlensäure. Algen und Unterwasserpflanzer können darüber hinaus Kohlensäure aus dem Calciumhydrogenkarbonat absparen. Die gefällten Kalkkristalle verkrusten die Algen, bis Teile der Pflanzen absterben.

Der so entstandene Tuff ist dicht und wenig wasserdurchlässig. Er bildet die Auskleidung des Bachbettes. Dadurch wird im Laufe von vielen Jahren ein Damm gebildet wird, der jährlich um einige Zentimeter wächst und auf dem das Wasser dahinläuft.




 
Erstellt 13.04.2011 | Letztes Update 01.03.2013 | 5330 Aufrufe