Das Druidentum

[Entnommen aus “Die Wanderungen der Kelten”, (L. Contzen, 1861)]
Die Religion war bei den Kelten nicht wie bei den Griechen und Römern Gewissensache des Einzelnen und die vollständige Ausübung des Gottesdienstes ein persönliches Recht jedes freien Mannes, sondern es stand eine bevorzugte Kaste zwischen Göttern und Menschen, die der Druiden, ein Stand, der selbstständig sich neben dem Adel entwickelte und als Inhaber aller wissenschaftlichen Kenntnisse jener Zeit und als ein einziger Träger des geistigen Elementes ein Uebergewicht im Lande begründete und der so, zusammengehalten durch das Bedürfnis der Nation und eine innere streng geregelte und geschlossene theokratische Organisation schaffend, bald die übrigen Stände zur unbedingten Unterordnung führte.

Leider lässt sich aus den spärlichen Trümmern, die den Alten über dieses Priesterinstitut zukamen, kein klares Bild zusammenstellen und das System ihrer Theologie nicht vollständig mehr erkennen; besser sind wir unterrichtet über ihre Wirksamkeit nach aussen.

 




 
Erstellt 23.07.2013 | Letztes Update 23.07.2013 | 1132 Aufrufe