Die Carner und Lapoden

Die Carner breiteten sich wahrscheinlich früher bis zum adriatischen Meere aus, weil. sie in der früheren Zeit Tergeste und Aquileja besassen, Orte, welche später an die Veneter verloren gingen. Geschichtliches ist uns über ihre Verdrängung durch letztere nichts überliefert. Wir finden sie daher auf Gebirgsstriche beschränkt, erhalten hat sich ihr Name im heutigen Krain.

Auch sie sind keltischer Abkunft. Wenn schon der Name darauf hinweiset, so liegen dabei deutliche Belege der Alten vor. Gallier werden sie genannt in einem Fragment der Triumphalfasten bei Gruter, ebenso führt Cluverius eine Inschrift: De Galleis Carneis an. Ferner zählt Plinius sie zu den Norikern, endlich nennt auch Livius sie Gallier, kurzweg, ohne ihre Stammesverwvandschaft näher zu berühren, wahrscheinlich weil er glaubte, dass sie aus dem cisalpinischen Gallien eingewandert seien. Was ihre Wohnsitze angeht, so verstand man unter Carnien das rauhe und unergiebige Gebirgsland, welches im Süden von Venetien und Istrien, im Norden von Norikum, im Osten von Pannonien und im Westen von Rätien begrenzt wurde. Ihre Wanderungen sind, was die Zeit angeht, in Dunkelheit begraben, jedenfalls aber gehören sie einer sehr frühen Strömung der Nordzüge an, da sie soweit vorgedrungen sind.

In ihrer Nachbarschaft und unmittelbaren Nähe, daher häufig mit ihnen genannt sassen die Lapoden. Carnorum haec regio iunctaque lapydum sagt Pliniys 3, 18. Strabon erklärt sie zu für ein keltisch-illyrisches Mischvolk und führt zum Belege inehrere beiden Völkern gemeinsame Sitten und Gewohnheiten an. So ist der Name des Volkes selbst illyrisch; nach illyrischer Weise tättowiren sie sich, während die Bewaffnung keltisch war: Sie sassen auf beiden Seiten des Gebirges unweit der illyrischen Küste, dessen Verkettung uns Strabon anschaulich beschreibt. Uebereinstirnmend damit weiss auch Strabon sie auf beiden Seiten des Gebirges. Die Küste trug von ihnen den Namen der lapodischen. Die südliche reichte bis zum Tedaniusflusse oder bis zum heutigen Kroatien, ihre nördliche deutet Ptoleinaios einzelne Abtheilungen finden wir genannt Moentiner, Auendaten und Arupiner. Ihr Hauptort scheint Metulon gewesen zu sein. Später gehen sie in die Noriker auf.




 
Erstellt 28.06.2013 | Letztes Update 29.06.2013 | 904 Aufrufe