Der Krampus

Vor allem im Alpenraum wird die Tradition des „Krampusgehens“ noch unverfälscht zelebriert. Einige wenige Krampusgruppen nehmen die Darstellung aus dem Innergebirg zum Anlass, ebenfalls wieder echte Tradition aufleben zu lassen und mit brauchgerechter Ausstattung aufzutreten.

Die Herkunft des Krampus
Bildliche Darstellungen über den Krampus gibt es etwa ab dem 16. Jahrhundert. Diese Aufzeichnungen zeigen den Heiligen Nikolaus mit zotteligen „Unmenschen“. Sie stammen aus dem Alpenraum. Durch die Nikolausspiele, die über Südtirol im 18. Jahrhundert zu uns kamen, wurde klar, dass dieser gehörnte „Unmensch“ der Vorbote des heutigen Krampus ist. Er verkörpert den gefallenen Engel Luzifer, der in die Hölle verbannt wurde und dem Teufel dienen sollte. In den theaterähnlich dargestellten Nikolausspielen streiten der Nikolaus und Luzifer um die Seelen der Menschen. Dies dürfte der Anfang des heutigen Krampusbrauches sein. Wobei der Nikolaus als Lichtgestalt immer die Oberhand über den bestrafenden Krampus hält. Dabei ist der Krampus auch Budelmütter (Niederösterreich), Klaubauf (Osttirol; Südtirol), Bartl (Kärnten, Slowenien) und Belzebub (im deutschen Raum) bekannt. Somit ist der Nikolaus und der Krampus heute das von der Kirche vielinszenierte Spiel zwischen Gut und Böse.

Darstellung des Krampus
Der Krampus ist als Begleiter des Heiligen Nikolaus streng genommen nur am 5. und 6. Dezember unterwegs. Der Krampus trägt in unserem Alpenraum eine Holzmaske, die meist aus Zirbenholz gefertigt wurde. Früher wurde hauptsächlich Tierköpfe mit Geweihen geschnitzt, später bekamen die Masken menschliche Züge, die übertrieben groß dargestellt wurden. Außerdem tragen diese Masken Hörner von nicht jagdbaren Tieren wie Ziegenbock (Goaß) oder Widder. Der Anzug aus Schaf- oder Ziegenfell kann auch als Mantel dargestellt sein. Um die Hüfte trägt der Krampus einen festen Gurt mit Glocken, die für den nötigen Lärm des herannahenden Nikolaus und Krampus sorgen. Außerdem trägt der Krampus eine Kette, die zeigt, dass er wie Luzifer an die Hölle gekettet ist und für immer verdammt sei. Dass die Kette ein Schlagwerkzeug sei, ist ein Irrglaube, der erst relativ spät aufgekommen ist. Als Schlagwerkzeug benutzt der Krampus eine Birkenrute. Ein oder mehrere Buckelkörbe werden mitgetragen, um die gefallenen Seelen einzusammeln und mitzunehmen.




 
Erstellt 21.12.2013 | Letztes Update 21.12.2013 | 976 Aufrufe