Die Buttnmandl

Das Buttnmandllaufen (bayerisch buttn; scheppern, rütteln) ist ein Adventsbrauch im Berchtesgadener Talkessel, der überwiegend am 5./ 6. Dezember (St. Nikolaus) gepflegt wird. In einzelnen Gemeinden aber auch an abweichenden Tagen, nämlich am 1. (in Loipl) oder Adventssonntag (in Winkl),bzw. am 24. Dezember (in Maria Gern).

Der Lauf wird vom Nikolaus und seinem Nikoloweibl (in Loipl/Bischofswiesen und Schönau) oder einem Engerl (in Winkl/Bischofswiesen) angeführt und von den Buttnmandl und den Ganggerl’n (Aufpasser) lautstark durch Glockenrütteln und -schütteln begleitet. Bei den Buttnmandl unterscheidet man zwischen Strohbuttnmandl und Fellbuttnmandl. Strohbuttnmandl sind – wie der Name schon sagt – in langes Stroh gehüllt. Sie tragen Holz- oder Felllarven (Larve = Maske), Kuhglocken und Ruten

Die Larven stellen Tiermasken dar, keine Teufelsfratzen wie bei den Krampussen. Die Ähren des Strohs werden entweder nach oben gebunden. So blicken die Ähren wie in der Natur in den Himmel. Sie können aber auch nach unten gebunden sein. Das Korn gelangt so symbolisch in den Boden. Das Einbinden der Buttnmandl mit Stroh ist eine Kunst für sich und das Vorgehen wird
von jeder Gruppe (im Berchtesgadener Talkessel „Bass“ genannt) geheim gehalten. Das Stroh wird so befestigt, dass dabei eine typische Stern form entsteht. Mit einem Strick werden die großen Kuhglocken befestigt.

Die Fellbuttnmandl tragen, ähnlich wie die Strohbuttnmandl, tierköpfige Larven aus Holz Fell. Die Tierköpfe symbolisieren eine Art Fruchtbarkeitskult. Dies wird durch den Schlag mit der Lebensrute, besonders bei jungen Frauen, unterstützt Die Fellbuttnmandl sind heutzutage sehr aufwändig mit verschiedenen Fellen, meist flauschigem Schaffell, ausgestattet.

Ein Ganggerl verkörpert einen Teufel. Er trägt deutlich dünneres Fell als die Fellbuttnmandl – meist Kuh, Schaf, Ziegen oder Hirschfell. Außerdem sind die Ganggerl mit nur kleinen Glöckchen oder Schellen ausgestattet und sind damit viel flinker als die restlichen Buttnmandl. Man findet sie in jeder Bass, da sie dafür verantwortlich sind, die ungelenken Strohherren (mit Stroh eingebundenen Maskierten) nach einem Sturz wieder aufzurichten.

Beim Buttnmandllauf handelt es sich um einen sog. Einkehrbrauch. Die verkleideten und unverheirateten Burschen (Frauen nehmen traditionell nicht teil) laufen, angeführt vom Heiligen Nikolaus, von Haus zu Haus und besuchen die Familien in ihren Stuben.




 
Erstellt 23.12.2013 | Letztes Update 23.12.2013 | 1021 Aufrufe