Die Perchten

Das Perchtenbrauchtum in seiner ganzen Vielfalt und Schönheit besitzt im Alpenraum (z.B. Salzburger Land, Salzkammergut, steirisches Ennstal) eine lange Tradition. Es ist so gegensätzlich wie gleich. Leider verschwindet dieser wunderschöne Brauch immer mehr in der Versenkung, nicht zuletzt weil Percht und Krampus von vielen Leuten im selben Atemzug genannt werden. Doch allein die Tatsache, dass der Krampus eine Nebengestalt des heiligen Nikolaus ist und somit zu den vorweihnachtlichen Bräuchen zählt, zeigt, dass der Krampus und der Percht völlig unterschiedliche Aussagekraft haben und es keine Gemeinsamkeiten dieser beiden Traditionen gibt. Das Pechtenbrauchtum ist ein „Raunachtsbrauch“ und steht immer für das Gute.

Alle Raunachtsbräuche sind heidnischer Herkunft und wurden erst von Zeit zu Zeit zu christlichen Bräuchen „umfunktioniert“. Die Mystik der Raunächte entstand zu jener Zeit, als lange Winternächte und Schnee die Bauern in große Existenznot brachten.
An landwirtschaftliche Arbeit, die zu dieser Zeit für den Alltag und das Leben der Bevölkerung unumgänglich war, war nicht zu denken. Die Vorräte gingen schön langsam dem Ende zu und jeder erwartete schon mit großer Sehnsucht die warme Frühlingssonne, die wieder neues Leben in die Natur bringen sollte. Für diese klirrende kalte Zeit machte man die bösen Wintergeister verantwortlich. Um ihnen Herr zu werden wurde in den Köpfen der Bauersleute eine mystische Gestalt geboren, die der kalten Winterzeit mit all ihren bösen Dämonen den Kampf ansagen sollte und den Frühling zurück bringen würde: die Frau Percht!
Die Frau Percht mit ihrem Gefolge sollte dafür sorgen, dass Angst und Schrecken des Winters Glück und neue Hoffnung des Frühlings weichen. Da die Nächte rund um die Wintersonnwende die längsten im Jahr waren, wurden diese Nächte zu Raunächten und zur Wirkungsstätte der Frau Percht. Man unterscheidet unter fünf großen Raunächten (insgesamt gibt es 12 Raunächte):

21. Dezember.Thomasnacht (Wintersonnenwende)
24 Dezember. Christnacht (Hl. Abend)
28. Dezember. Nacht der unschuldigen Kinder
31. Dezember. Nacht zum Jahreswechsel (Silvester)
5. Januar: Perchtnacht (Nacht auf Hl. Drei König)

Ob die Bezeichnung „Rauhnacht“ ursprünglich von den „rauen“ Nächten oder vom „rauchen gehen“ (Schutzbrauch für das eigen Hab und Gut) kommt, ist laut Überlieferung nicht eindeutig bekannt.




 
Erstellt 21.12.2013 | Letztes Update 21.12.2013 | 1534 Aufrufe