Archäologie Museum Greding

Archäologie-Museum Greding

Das Hauptthema des Archäologie Museums Greding ist die Entwicklung des Schwarzachtals durch die Jahrtausende. Diese Entwicklung wird hauptsächlich dargestellt auf der Basis der Fundstücke und Ergebnisse, die bei den archäologischen Grabungen im Rahmen des Baus der ICE-Trasse in den Jahren von 1995 bis 2006 zutage traten.

Fürstengrab im Archäologie Mueseum Greding Im Mittelpunkt des Museums steht die Installation eines bei Großhöbing entdeckten Fürstengrabes mit einer Fünffachbestattung aus dem 7. Jahrhundert. Dabei handelt es sich um die letzte Ruhestätte eines nach den Riten seiner Zeit bestatten adeligen Herren und seiner vier engsten Begleiter. Die besondere Lage der Skelette belegt, dass die fünf Toten in einer besonderen Beziehung zueinander gestanden hatten. So wurden ihre Arme gegenseitig untergehakt und die Hände ineinander gelegt. Sicher ist, dass die fünf Krieger gleichzeitig starben.

Die Grabbeigaben sind entsprechend des 7. Jahrhunderts spärlich, aber alle Männer sind bewaffnet. Bei einem der Skelette handelt es sich allem Anschein nach um einen adeligen jungen Herrn, wie die Goldbrokatborte als Besatz seiner Kleidung und seine Bewaffnung – u.a. mit einer so genannten Spatha – vermuten lassen. Die Untersuchung des Skeletts förderte Erstaunliches zutage: Der „Fürst“ war zum Zeitpunkt seines Todes zwischen 22 und 25 Jahre alt und etwa 175 cm groß. Und schon seit seiner frühesten Jugend litt der Mann an einer sehr schmerzhaften Verformung der Wirbelsäule, Zahnfleischentzündungen und an Arthrose.

Das Fürstengrab befindet sich im lichtdurchfluteten Innenhof des Museums, das von einem Glasdach eindrucksvoll überspannt wird. Der Raum vermittelt mit dem Modell des rekonstruierten Grabhügels den Eindruck, als ob man direkt in den Bestattungsraum hineinsehen kann. Und auch die Gesichter der Toten wurden nach den Schädeln lebensecht rekonstruiert; sie zeigen in zurückhaltender Weise nicht nur die tödlichen, sicherlich im Kampf beigebrachten Verletzungen der fünf Krieger, sondern sie erlauben dem Besucher auch, Menschen aus längst vergangenen Jahrhunderten in faszinierender Weise direkt ins Gesicht zu blicken.

Archäologie Mueseum Greding

Da die Restaurierung der archäologischen Funde noch nicht abgeschlossen ist, wird das Archäologie Museum Greding in drei Abschnitten eröffnet. Aktuell ist folgender Zeitplan vorgesehen:

  • am 30. März 2012 wurde der Innenhof mit dem Fürstengrab eröffnet
  • 2013 folgen die Räume zum Frühmittelalter und Mittelalter
  • 2014 werden die vorgeschichtlichen Räume eröffnet

Der Museumsrundgang wird nach Fertigstellung aller drei Stufen von der Eiszeit bis ins hohe Mittelalter führen.

Bilder der ersten Stufe (ab März 2012)

Öffnungszeiten
Das Museum ist ab 01.04.2012 geöffnet.
So, Mo, Di: 10-12 und 14–16 Uhr; Do: 10-12 und 14–18 Uhr.

Adresse
Archäologie Museum Greding, Marktplatz 8, 91171 Greding

Link
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Erstellt 21.03.2012 | Letztes Update 18.03.2013 | 2859 Aufrufe