Station 16 – Wallanlage auf dem Wolfsberg in Dietfurt/Mühlbach

Der Wolfsberg erhebt sich 140 m hoch als Inselberg über das Altmühl- und Mühlbachtal. Durch seine steilen Abhänge natürlich geschützt, wurde der Berg in vorgeschichtlicher Zeit zusätzlich ringsum von einem 2,5 km langen Wall auf der Hangkante bewehrt.

Wolfsberg bei Dietfurt - Februar 2012

Ein Querwall teilt die Ringbefestigung von Ost nach West in zwei Areale, in eine Ober- und eine Unterburg. Dieser Wallriegel ist an seiner Basis 4m breit und erreicht eine Höhe von 1,30 m. Im Westen trifft der Querwall die Randbefestigung rechtwinklig, im Osten biegt er ein und bildet dort ein so genanntes Zangentor, den früheren Zugang. Am Ringwall lassen sich insgesamt noch drei solcher Zangentore nachweisen, die vormals in das einen Kilometer lange und bis zu 350m breite befestigte Gelände des Wolfsberges führten.

Wolfsberg bei Dietfurt - Ostseite

Weder die Befestigungsanlagen noch die mit dem Wall befestigte Innenfläche wurden bislang archäologisch untersucht. Doch Lesefunde und die Gestalt der Tore könnten darauf schließen lassen, dass der Wolfsberg in keltischer Zeit besiedelt gewesen ist. Möglicherweise sind die Befestigungsanlagen auch bereits während der Urnenfelderzeit entstanden.

Ähnliche Siedlungsabläufe lassen sich zumindest an anderen archäologisch gut erforschten Höhenbefestigungen nachvollziehen, wie z.B. der Schellenburg im Landkreis Eichstätt. Aufgrund der beherrschenden Lage an vorgeschichtlichen Verkehrswegen eignete sich die Schellenburg in vorgeschichtlicher Zeit besonders gut zur Kontrolle des Fernhandels.

Ähnlich könnten auch die Bewohner des Wolfsbergs einst Handel und Verkehr auf alten Fernstraßen entlang der Altmühl bewacht und kontrolliert haben. Dass die Befestigungen einen auschließlich verteidigenden Charakter hatten, ist auszuschließen; auch Prestigedenken führte zum Bau solcher Siedlungen.

Lage
Südöstlich von Dietfurt, direkt neben der Staatsstraße 2230, auf halber Strecke zwischen Mühlbach und Dietfurt; der Fußweg zum Wolfsberg führt steil bergan; Hörpunkt am Waldesrand.
Koordinaten: 49° 2’ 6” Nord; 11° 37’ 13” Ost
TK 6935 Dietfurt: r 4471 450; h 5432 500

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Erstellt 12.06.2012 | Letztes Update 12.06.2012 | 1518 Aufrufe