Staffelberg

Staffelberg Grundriss Nahe Bad Staffelstein liegt der Staffelberg. dessen unteres 49 ha großes Plateau den Obermain um durchschnittlich 200 m überragt. Etwa in dessen Mitte steigt das obere, 3 ha große Hochplateau um weitere 60 m steil auf. Der Berg, der nach fast allen Seiten natürlichen Schutz gewährt, wurde für mehr als 5 Jahrtausende zu einem der bevorzugten Siedlungsplätze Nordostbayerns.

Die Sagen des Staffelbergs
Der Schatz im Innern des Berges
Tief im Innern des Staffelberges ist in einer unzugänglichen Höhle ein großer Schatz verborgen. Alle hundert Jahre öffnet sich zu mitternächtlicher Stunde an Johanni der Berg und gibt für eine Stunde den Weg zu den unterirdischen Räumen frei. Doch nur Sonntagskindern ist es möglich, das Berginnere zu schauen. Einmal wurde in einer solchen Nacht ein junger Schäfer durch ein donnerndes Dröhnen aufgeschreckt. Da er an einem Sonntag geboren war, konnte er den geöffneten Berg betreten. Angezogen und geblendet von den unermesslichen Reichtümern, die er vorfand, wurde er immer tiefer in den Berg gelockt. Ehe er sich seine Taschen voll Gold und Edelsteine stopfen konnte, war die kurze Frist von einer Stunde verstrichen. Mit einem Dröhnen schloss sich der Berg wieder und versperrte dem Schäfer den Weg ins Freie. Hundert Jahre lang musste er warten, bis sich der Berg wieder öffnete. Als alter Mann verließ er diese Stätte, seine Taschen leer, er brauchte keine Reichtümer mehr.

Der Fisch im Staffelberg
Wo heute der Staffelberg in die Höhe ragt, war vor Jahrmillionen das große Jurameer. Das Wasser des Meeres ist zwar verschwunden, doch tief im Staffelberg ist ein großer See geblieben. In diesem unterirdischen Gewässer lebt ein riesengroßer Fisch. Er ist so groß, dass er seinen Schwanz im Maul halten muss, um im Berginnern Platz zu haben. Sollte den Fisch eines Tages die Kraft verlassen, so dass er den Schwanz loslassen müsste, würde dieser mit mächtiger Kraft den Berg zerschlagen. Das Wasser im Staffelberg aber würde das ganze Frankenland überfluten und in ein unheimliches Meer verwandeln, wie es einstmals war.

Weitere Sagen zum Staffelberg findet man auf der Webseite von Bad Staffelstein, mit dessen freundlicher Genehmigung ich auch diese beiden Sagen veröffentlichen durfte – herzlichsten Dank dafür!

Der Staffelberg

Siedlungsgeschichte
Zuerst siedelten um 5000 v. Chr. jungsteinzeitliche Bauern auf dem Hochplateau. Ihnen folgte im 4. Jahr tausend abermals eine jungsteinzeitliche Bevölkerung, die den Rand des Hochplateaus vielleicht schon mit einem Erdwall bewehrte. Anfang des 2. Jahrtausends diente der Berg wiederum einer Menschengruppe kurzfristig als Wohnplatz. In der späten Bronzezeit endlich, also im 13. vorchristlichen Jahrhundert, wurde das Hochplateau zu einer zentralen Siedlung des oberen Maingebiets ausgebaut, jedoch noch nicht befestigt.

Seine erste große Bedeutung erlangte der Staffelberg von etwa 550 bis 380 v. Chr., als die frühen Kelten auf dem Hochplateau eine starke Burg errichteten, die von einer 2,5 m breiten und etwa 3 m hohen Bruchsteinmauer mit senkrechten Pfosten umschlossen war. Auf der nach Nordosten gerichteten leicht zugänglichen Flanke, wo auch die antike Auffahrt lag, wurde die Burg mit einer zusätzlichen, 5 m breiten Mauer befestigt In ihrem Innern lagen Wohnhäuser und Handwerksbetriebe. Zu Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr. brannte die Burg ab. Als Folge einer weitgehenden Abwanderung der keltischen Bevölkerung -im Verlauf der historisch belegten Keltenzüge – blieb der Staffelberg nun für 250 Jahre unbesiedelt.

Seine eigentliche Blüte erlebte der Berg im letzten vorchristlichen Jahrhundert, als erneut Kelten auf dem akropolisartigen Hochplateau eine Burg errichteten Auf dem unteren Plateau gründeten sie gleichzeitig das einzige Oppidum Oberfrankens, das von einer 2800 m langen Stadtmauer mit drei Toren umschlossen war. Für den Bau der Stadt- und der Burgmauer mussten 25000 Steine gebrochen und etwa 2000 Bäume gefallt werden.

Münzstempel zeigen, dass man hier auch Geld prägte. Eine Münze aus der Westschweiz und eine andere aus Kleinasien verdeutlichen die weitreichenden Handelsbeziehungen der Keltenstadt. Ihr Name Ist mit großer Wahrscheinlichkeit durch den griechischen Geographen C. Ptolemäus als Menosgada (Menos = Main) überliefert. In der zweiten Hälfte des 1 Jahrhunderts v. Chr. wurde die Stadt von der keltischen Bevölkerung als Folge einer germanischen Zuwanderung aufgegeben.

Ein letztes Mal errang der Staffelberg um 400 n. Chr. größere Bedeutung, als germanische Siedler sein Hochplateau wieder zu einer starken Burg ausbauten und sie mit einer 3.5 m breiten Bruchsteinmauer umgaben. Diese Burg war eines der Zentren germanischer Besiedlung in Oberfranken.

Nach dem 5. Jahrhundert wurde der Staffelberg nur noch gelegentlich aufgesucht. Seine starken Mauern zerfielen zu heute noch eindrucksvollen Wällen. Erst die Ausgrabungen gaben einen kleinen Einblick In die über fünftausendjährige Geschichte dieses bedeutendsten oberfränkischen Bodendenkmals ermöglicht.

Meine Empfehlung
Die beste Zeit eines Besuchs sind die frühen Morgenstunden, wenn die vielen Wandern noch nicht unterwegs sind; am besten an einem Dienstag. Da ist nämlich das Gasthaus an der Kunigundenkapelle geschlossen.

Anfahrt
Bad Staffelstein verlässt man auf der Viktor-von-Scheffel-Str. stadtauswärts in Richtung Romansthal; der Staffelberg ist dort bereits ausgeschildert. In Romansthal hält man sich auf der Hauptstraße rechts und kommt auf einen Parkplatz. Von dort aus geht ein Wanderweg auf den Staffelberg.

Genauer Standort
Google: 50.093329,11.025196 (Anleitung)

Schön ist es aber auch, den Staffelberg in den frühen Morgenstunden im Frühling/ Herbst zu besuchen, wo man die »Mystik des Staffelbergs so richtig erfahren kann.

ZEIT KULTUR SIEDLUNGSART
Periode I
um 5000 v. Chr.
Jungsteinzeit
Bandkeramische Kultur
kleine Siedlung auf dem Hochplateau
Periode II
um 3500 v. Chr.
Jungsteinzeit
Michelsberger Kultur
Siedlung auf dem Hochplateau
Periode III
um 2000 v.Chr.
Endjungsteinzeit
Schnurkeramische Kultur
vielleicht kleines Lager auf dem Hochplateau
Periode IV
ca. 1300 -1200 v. Chr.
späte Bronzezeit
Urnenfelderkultur
Siedlung auf dem Hochplateau
Periode V a
ca. 600 – 550 v. Chr.

Periode V b
ca. 550 – 480 v. Chr.

frühe Eisenzeit
Hallstattkultur
frühkeltische Siedlung auf dem HochplateauBeginn des frühkeltischen Burgenbaus auf dem Hochplateau
Periode VI a
ca. 400 – 430 v. Chr.

Periode VI b
ca. 430 – 300v.Chr.

späte Eisenzeit keltische Burg mit doppelter Steinmauer auf dem Hochplateau
zwei Bauphasen
Periode VII
ca. 130 – 30 v. Chr.
späte Eisenzeit
frühe Laténekultur
keltisches Oppidum Menosgada: Burg mit doppelter Steinmauer auf dem Hochplateau
große Stadtanlage mit Steinmauer und Holzerdemauer auf dem unteren Plateau
Periode VIII
ca. 350 – 420 n. Chr.
späte römische Kaiserzeit germanische Burg mit Steinmauer auf dem Hochplateau



 
Erstellt 16.06.2013 | Letztes Update 05.08.2015 | 3856 Aufrufe