Burg Nassenfels

Die Burg Nassenfels ist eine besondere Burg, denn es ist eine Wasserburg, ersichtlich aus den umlaufenden Gräben und einer Quelle samt Teich nahe dem Tor.  Durch diese Quelle wird aus der Burg ein besonders kraftvoller und beeindruckender Ort, aber auch die wuchtigen Mauern, Türme und der markante Bergfried tragen dazu bei.

Interressant aus meiner Sicht ist, dass ich schon so oft an dieser Burg vorbeigefahren bin (und auch wusste, dass es sie gibt), aber nie angehalten habe, um sie mir anzuschauen. Gestern hat mich die Burg Nassenfels allerdings sehr angezogen und es war an der Zeit, sie zu besuchen!

Anfahrt
Die Burg liegt am Ortsende in Nassenfels auf dem Weg nach Egweil – direkt an der Straße.

Genauer Standort
Google: 48.797875,11.228714
(Wie funktioniert das? Anleitung)

Burg Nassenfels im Dezember 2011

Burg Nassenfels im Januar 2011

Burg Nassenfels im Dezember 2010

Video
Geschichte der Burg Nassenfels

Daten zur Geschichte
11 . Jh. Im Bergfried Apsis einer romanischen Kirche, darüber ein Vorgänger des Bergfriedes, noch vollständig erhalten mit Zinnenbekrönung

1189 „Arnoldus de Nazzenfels“ erscheint als Zeuge und war Herr der Ministerialenburg. Er hatte die Aufsicht über die Grundherrschaft. Arnoldus ist ein Ministerialer, also ein unfreier Adliger.

1210 Ullrich von Nassenfels, Sohn des Arnold

1238
Ullrich wird als Marschall des Bischofs bezeichnet

1245 “Castrum Nazzenvels” (wohl schon eine stattliche Ministerialenburg), Graf Gebhart V. von Hirschberg belagert die Burg, und wird dabei ermordet

1248 “Ulricus de Nazzinvels” wird als miles (Ritter) bezeichnet

1313 – 1322 Konrad von Nassenfels, Ritter, später Vitztum (Dienstamt, Aufsicht über die Grundherrschaft und Finanzverwaltung)

1327 – 1357 Albrecht Vitztum von Buch (Bleimerschioß bei Euerwang), Sohn des Konrad

1297 “Burghut” von Nassenfels erstmals genannt

1297 Bischof Konrad II. von Pfeffenhausen erbaute in Nassenfels einer Turm (Bergfried) und daneben ein neues Haus (Palas) und erhöhte die Umfassungsmauer um mehr als 10 Fuß; er errichtete dort viele Häuser und legte Wallgräben an

1336
“ampt ze Nazzenfels” (Pflegamt) erstmals genannt (Richter und Kastner)

1385-1415 Bischof Friedrich IV. Graf v. Oettingen; erbaute anstelle des alten Palas einen neuen (solemnem domum) und umgab die Burg mit einer neuen Mauer, genannt “Zwinger”. Er ließ mehrere Türme im Bering errichten und bestimmte die bisher unbefestigte Teile der Burg zu befestigen

1400 Bauinschrift, ursprünglich über den Torturm, heute auf Burg Kreutzenstein bei Wien

1464 – 1496 Neubau der Wolfgangskapelle durch Bischof Wilhelm v. Reiehenau

1468 Burgkapelle, der Wappenstein von 1468 befindet sich heute im Haus Winkelfeld

1523 – 1525 Kaspar v. Schaumberg, Pfleger

1523 Kaspar v. Schaumberg ist Vater von Martin v. Schaumberg, Bischof von Eichstätt 1 560 – 1 590, geboren im “Schmidbauernhof ‘

1699 Fürstbischof Martin v. Eyb (1697 – 1704), erbaut das Kastnerhaus “ex fundamento”, Baumeister ist der Eichstätter Hofbaumeister Jakob Engel

1807 Verkauf und Abbruch des Pfleghauses, ebenso des Torturmes und der gesamten westlichen Ringmauer

1808 Abbruch der St. Wolfgangskapelle

1820
Neubau eines landwirtschaftlichen Anwesens anselber Stelle durch Johann Soeiler

1932 Zerstörung des Kastnerhauses auch Brand

1982 Revitaiisierung, Verlegung von Kanalisation, Strom und Wasser, Archäologische Ausgrabungen

1984 – heute Renovierung des alten Baubestandes

Der Name einer Burg nimmt oftmals Bezug auf natürliche Gegebenheiten ihres Standortes. Das Geheimnis um den Burgnamen von Nassenfels lüftete sich 1982 anlässlich archäologischer Ausgrabungen im Burghof. Man entdeckte dabei ein jurazeitliches Korallen- und Schwammriff, aus dessen vertikalen Klüften artesisches Karstwasser in Quelltöpfen ans Tageslicht trat. Eine ähnliche Erscheinung kann heute noch eindrucksvoll bei den Glessbrunnen gut 1 km östlich der Burg Nassenfels beobachtet werden. Die etwa 12 m hohe Felskuppe im Tal erklärt sich dadurch, dass die Urdonau, als sie vor mehr als 250000 Jahren das Schuttertal ausräumte, das Felsenriff wegen seines größeren Wiederstandes und seiner Härte freilegte und dieses in der Folgezeit allmählich wieder in den Talablagerungen verschwand. In den Quelltöpfen in und um das Riff, welche aufgefüllt sind mit weißen Kalkablagerungen (Travertinsand), fanden sich Steinwerkzeuge der mittleren und jüngeren Altsteinzeit. An der Oberfläche der mineralischen Ablagerungen wurden Steinwerkzeuge auch aus der mittleren Steinzeit gefunden. Als Besonderheit wurden Teile eines 9000 Jahre alten Skelettes eines Mädchens entdeckt, welches durchbohrte Fischwirbel und abgeschnittene Vogelknochen als Schmuckbeigaben bei sich hatte.

Über diesen Schichten wurde eine durchschnittlich 30 cm starke, tiefschwarze Schicht angetroffen, welche während der ältesten bäuerlichen Kultur, der Bandkeramik, gebildet wurde. Neben Keramikscherben und tausenden von Steinabschlägen, darunter viele Werkzeuge, wurden Knochen von frühen Haustieren wie Rind, Schaf, Ziege und Hund geborgen. Auch zahlreiche Wildtiere stellten wohl die Jagdbeute des damaligen Menschen dar, darunter Auerochse, Hirsch, Wildschwein, Braunbär und Wolf. Besonders auffallend waren Pferdeknochen, die bis heute ein Rätsel bilden, ob es sich um die ersten Haustiere oder um Wildpferde handelt. Auch von jüngeren Kulturen wurden Funde gemacht, so aus der Münchshöfener Kultur, der Bronzezeit, der Urnenfelderzeit und der keltischen Epoche.


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Erstellt 13.12.2010 | Letztes Update 12.12.2011 | 3348 Aufrufe