Burg Rieshofen

Am Ortsrand von Rieshofen liegt der Burgstall der ehemaligen Wasserburg Rieshofen direkt an der Altmühl. Von den wichtigsten Teilen dieser mittelalterlichen Burg -Bergfried, Palas und Bering- hat sich am besten der 18 m hohe Bergfried erhalten. Sein Untergeschoß mit 1,60 m dicken Wänden diente als Verlies und hatte weder Fenster noch Türen.Diese kleine Insel mit dem Burgstall ist ein sehr idyllischer und kraftvoller Ort, an dem man sich gerne aufhält.

Beschreibung
Von den wichtigsten Teilen einer mittelalterlichen Burg -Bergfried, Palas und Bering- hat sich am besten der 18 m hohe Bergfried erhalten. Sein Untergeschoß mit 1,60 m dicken Wänden diente als Verlies und hatte weder Fenster noch Türen. Früher konnte man nur über Leitern in den Turm gelangen. Die Einstiegsöffnung an der Westseite führte in das Wohngeschoß, darüber lag ein weiteres Stockwerk mit Tonnengewölbe. Eine in die nördliche Turmmauer eingelassene kleine Treppe ermöglichte den Zugang zum Wehrgeschoß, das nun wieder durch ein 1985 errichtetes Schutzdach abgeschlossen wird. Der Palas der Burg ist westlich des Bergfrieds in teilweise mannshohen Mauerresten erhalten, die bei Ausgrabungen 1986 entdeckt wurden. Vom Bering sind noch die Grundmauern sichtbar. Der die Burg umschließende Wassergraben wurde 1985 wieder eingetieft und an der ursprünglichen Stelle eine neue Brücke errichtet.

Burgstall Rieshofen

Geschichte
Die Herren von Rieshofen sind erstmals 1137 mit „Perhtolt de Rodeshouen“ bezeugt. Sie standen als Ministerialen im Dienst des Hochstifts Eichstätt und in engen Beziehungen zum Domkapitel. Der 1138-1166, genannte Domprobst Walbrun, der das Schottenkloster zum Hl. Kreuz und Hl. Grab (heute Kapuzinerkloster) in Eichstätt stiftete, gehörte wohl zu diesem Geschlecht, dessen Wappen in Rot einen silbernen Balken mit einer silbernen heraldischen Lilie darüber zeigt. Di£ Erbauungszeit der Burg, die bischöfliches Lehen war, ist noch nicht abschließend geklärt: Nach den Jahresringuntersuchungen an den Brückenpfählen begann die Bautätigkeit 1290; auch die Mauertechnik des Bergfrieds spricht für eine Erbauung der Burg erst im 13. oder frühen 14. Jahrhundert. Wahrscheinlich stand jedoch eine Vorgängerburg an derselben Stelle.
1310 verkauften die Witwe Elsbeth von Rieshofen und deren Söhne Thomas und Konrad ihre Burg sowie ihre Rechte und Güter im Dorf an das Eichstätter Domkapitel. Die Familie blieb jedoch in Rieshofen wohnen, denn noch 1346 nannte sich Konrad der Rieshofer „von Rügshoven“. Das Domkapitel ließ seinen neuerworbenen Besitz zunächst durch einen Pfleger verwalten; als solche sind 1346 der Ritter Ulrich von Morsbach und 1407/ 08 Burkhard Reichertshofer genannt. Der zur Burg gehörige Meierhof (Bauhof) wurde vom Domkapitel in eigener Regie betrieben. Daneben bestand 1447 ein zweiter Meierhof im Dorf. Da seit 1482 in Rieshofen nur noch ein Meierhof erwähnt ist und nach dem dendrochronologischen Befund zuletzt 1484 Baumaßnahmen an der Burgbrücke belegt sind, dürften danach die beiden Höfe vereinigt und die Baulichkeiten der Burg aufgegeben worden sein. 1561 wird dann die Burg als „Burgstall“, d. h. als Ruine, bezeichnet, von der 1602 nur der Bergfried und Mauertrümmer übrig waren. Aus dem Jahre 1689 wird über den Turm folgende Begebenheit berichtet: Das Eichstätter Halsgericht verurteilte Joseph aus Töging wegen Hehlerei an gestohlenen Messgeräten zum Tode. Man warf ihn in den Rieshofer Turm und ließ ihn qualvoll verhungern. Seit dieser Zeit wird der Bergfried im Volksmund „Hungerturm“ genannt. Die 1861 angebrachte „Gedenktafel“ deutet den Turm irrig als römisches Bauwerk. Der Text dieser Gedenktafel lautet: „Gedenktafel – Ehemeliger römischer Warthturm, beiläufig aus dem II. Jahrhundert nach Christus. Diese Gedenktafel wurde errichtet unter König Max II im Jahre 1861.“

Anfahrt
Auf der ST 2230 zwischen Eichstätt und Kinding biegt man nach Walting ab. Dort biegt man die erste Straße (Rieshofener Str.) nach rechts ab und folgt ihr bis nach Rieshofen. Die Burg ist schon von Weitem zu sehen.

Genauer Standort
Google: 48.932486,11.3066 (Anleitung)




 
Erstellt 17.03.2011 | Letztes Update 22.10.2013 | 3251 Aufrufe