Burg Wolfstein

Die Burg Wolfstein ist eine beeindruckende Burgruine über Neumarkt/ Opf. Durch ihre beeindruckende Größe, ihre wuchtigen Mauern und dem guten Erhaltungszustand ist sie ein Ort, an dem man sich gerne aufhält. Das ist empfehlenswert, wenn das Wetter eher schlecht ist, denn dann ist man (fast) alleine und es herrscht eine besondere Stimmung.

Die Burg Wolfstein wurde erstmals 1120 urkundlich erwähnt und war der Stammsitz des bedeutenden Geschlechts der Wolfsteiner, dessen letzter Nachkomme Mitte des 18, Jahrhunderts starb und in der Gruft der Sulzbürger Kirche begraben liegt.

Die Doppelfunktion der Burg als Wehrbau und Wohnanlage kommt deutlich zum Ausdruck, der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Wehrhaftigkeit.
Die Burganlage selbst umfasst die Vorburg und die Hauptburg. Diese Gliederung, typisch für die Burgen des Mittelalters, war für die Verteidigung unerlässlich. So musste ein Angreifer schließlich mindestens zwei Burgbegrenzungen überwinden und konnte nach dem Überschreiten der Vorburgmauer in der sogenannten Zwingeranlage (Fläche zwischen Vor- und Hauptburg) eventuell aufgerieben werden.

Das markanteste Bauwerk ist der mächtige Turm, in der Fachsprache „Bergfried“ genannt. Er diente als Beobachtungs- und Wachturm, sowie als Verteidigungsbastion und letzter Rückzugsort bei feindlichen Angriffen, nebenbei auch als Gefängnis. Der ursprüngliche Eingang lag in ca. 10 Metern Höhe an der Nordseite und war über eine einziehbare Leiter oder eine Holztreppe erreichbar.Als Gefängnis wurde der Bergfried z.B. während des Landshuter Erbfolgekrieges benutzt, als 1515 ein gewisser Jörg Ruell bei „Wasser und Brot“ längere Zeit eingekerkert war. Er wurde an einem Seil über eine Bodenluke im Eingangsgeschoss in die dunkle Tiefe abgeseilt, Fenster waren schon damals nicht vorhanden. Die Einkerkerungen kamen daher durchaus einer Folter gleich.

Neben dem Bergfried ist der sogenannte „Palas“, das herrschaftliche Wohngebäude, am besten erhalten. Der Palas ist das jüngste Gebäude der Burg, wurde er doch erst im Spätmittelalter (ca. 15. Jahrhundert) errichtet.Wohl aber existierte ein Vorgängerbau an dieser Stelle. Im Palas selbst ist auch ein ehemaliger Rittersaal zu vermuten, der Zugang erfolgte wohl über eine hölzerne Freitreppe hinauf in den ersten Stock. In der Ruine sind an der nördlichen Außenwand zwei Ansätze von Aborterkern festzustellen. Die Entsorgung erfolgte entweder durch einen senkrechten Holzschacht an der Mauer oder man ließ die Fäkalien direkt auf den Burgfels fallen. Zum Gebäudeinneren hin war der Aborterker in der Regel durch eine Holztür abgetrennt und erhielt die Bezeichnung „haimlich gemach“.

Ein wichtiger Bestandteil der Burganlage war die Kapelle, galt doch die Bezeugung der Frömmigkeit als bedeutsame ritterliche Pflicht. Die Burgkapelle war der Jungfrau Maria geweiht, die beim Rittertum sehr beliebt war.Auf dem Dach befand sich vermutlich ehemals ein kleiner Dachreiter mit einem hölzernen Glockenstuhl. Da die Burg Wolfstein auch Gerichtsort war, ertönte die Glocke wohl auch zu diesen Anlässen.

Video
Bericht über Burg Wolfstein

Anfahrt
Zwischen Nuemarkt/ Opf. und Fuchsberg biegt man in Richtung Wolfstein ab. Nach ca. 1,5 km ereicht man den Ort, wo dahinter die Burgruine liegt. (Für Plan auf Bild klicken)

Genauer Standort
Google: 48.937884,11.789445 (Anleitung)
Google Earth: Download KMZ-File
GPS-Daten: Download GPX-File

Bilder März 2011

Bilder August 2010




 
Erstellt 31.08.2010 | Letztes Update 03.09.2012 | 6475 Aufrufe