Burgruine Adelburg

Die Adelburg galt als eine der gewaltigsten Burgen im ganzen Nordgau. Heute besteht die Burgruine allerdings im Wesentlichen nur noch aus einem 3,5 m hohen Ringmaueranteil an der Nordseite der Anlage.

Wenn man die Anlage durch das ehemalige Burgtor betritt, fällt die sehr weitläufige Anlage der Vorburg in beeindruckender Natur auf. Dann betritt man die dem Zwinger gegenüberliegende Hauptburg. Sofort fallen die Mauerreste und besonders der runde Standort des Bergfrieds auf. Es ist ein ruhiger, lichtdurchfluteter und geheimnisvoller Ort, der zum Verweilen einlädt.

Geschichte
Die Adelburger lebten im 12. und 13. Jahrhundert. 1180 wird ein Engelhardt als Besitzer der „adefenburc“ zum ersten Mal genannt. Die Adelburger waren ursprünglich Ministerialen der Bamberger oder Eichstätter Bischöfe, sie stehen aber später als reichsfreie Ritter den staufischen Kaisern nahe.

Der Dichter Engelhard von Adelburg, wohl der Sohn oder Enkel des vorher genannten, ist in der berühmten Minneliedsammlung Codex Manesse abgebildet: In Märtyrerpose zeigt er der Angebeteten sein von einem groben Holzpflock verwundetes Herz. Es ist eine Metapher für den Minnedienst, denn die höfische Liebe zu einer Frau aus höherem Adel durfte ihren Ausdruck nur in idealisierenden Gedichten und Liedern finden. 1230 tritt Engelhardt in einer italienischen Urkunde des letzten staufischen Kaisers Friedrich II. als Zeuge auf. Mit seinem Tod im Jahr 1246 starb das Geschlecht aus.

1268 kommt die Adelburg mit dem staufischen Erbe an die Wittelsbacher, die sie immer wieder verpfänden. Anfang des 14. Jahrhunderts ist sie im Besitz der streitbaren Regensburger Patrizierfamilie der Auer. Am Ende des gleichen Jahrhunderts wird sie vom Ritter Stephan Gewolf wiederholt als Aus-gangspunkt für Oberfälle auf die Straße von Neumarkt nach Hemau genutzt. Nach dem Eingreifen des bayerischen Herzogs muss er 1394 versprechen, die Obergriffe zu unterlassen.

Weitere Besitzer sind 1399 Hilpolt Mendorf er und im 15. Jahrhundert die Parsberger. 1505 gelangt die Adelburg durch den Kölner Spruch Kaiser Maximilians schließlich an das Herzogtum Pfalz-Neuburg, das den Ritter Jörg Wisbeck aus Velburg mit der bereits „zerbrochenen alten Burg“ belehnt. Endgültig zerstört werden die Reste der Adelburg 1755, als die großen Quader ihrer Mauern für den Bau einer Kirche in Batzhausen abtransportiert werden.
Burgruine Adelberg

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Anfahrt
Burgruine AdelburgVon Eichenhofen fährt man Richtung Hollerstetten. Am Ende der Ortschaft biegt man die letzte Straße rechts in Richtung des Berges ab. Am Fuß des Berges parkt man an der Infotafel. Dann geht man die Straße ca. 300 m weiter (S-Kurve) und geht links den Weg hinauf. Nach wenigen hält man sich links und folgt der Wegweisung „Raubritter“ bis zur Burg.

Genauer Standort
Google: 49.192474,11.66193 (Anleitung)
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Erstellt 19.03.2012 | Letztes Update 20.03.2012 | 3066 Aufrufe