Burgruine Helfenberg

Selten eine solch kraftvolle Burgruine besucht. Wenn man dort ist, möchte man nicht mehr weg! Helfenberg war ehemals eine Burg und im 17. Jhd. wurde dort ein Schloss gebaut. Wenn man sich der Ruine nähert, wird man beeindruckt sein: massives Mauerwerk, Reste der Burgmauer, mächtige Bäume und eine idyllische landschaftliche Umgebung geben diesem Ort ein besonderes Flair.

Die Blätter rauschen im Wind, die Sonne scheint durch die Baumkronen, die Bäume wimmern und knarzen, es riecht nach Natur und man spürt die Kraft des geheimnisvollen Ortes. Vielleicht findet ihr auch den Platz, der besonders kraftvoll ist? Ich habe ein Bild davon gemacht.

Aus meiner Erfahrung heraus lassen sich Standort von Burg und Schloss erkennen. Auf dem obersten Teil, sehr klein und rund, dort wo das Kreuz steht, wird wohl die Burg gestanden haben. Der ausladende Teil darunter wird der Platz der Burg gewesen sein. Das ist (aus meiner Erfahrung heraus) meine Meinung.

Geschichte
Burg Helfenberg
Die Legende erzählt, dass Riesen neben der Velburg auch die Burg Helfenberg erbaut haben sollen. Als diese mit der Velburg eher fertig wurden, halfen sie den anderen beim Burgbau. Daher nach der Sage der Name „Helfenburg“. Die Riesen sollen sich dabei vom einen zum anderen Berg Kelle und Hammer zugeworfen haben.
In Wirklichkeit wurde die Burg in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von den Grafen von Velburg, wohl von Graf Otto von Velburg, erbaut. In der ältesten Helfenberger Urkunde wird „Graf Ulrich von Velburch“ als Besitzer der Burg genannt, der sie 1230 verkaufte.
Leider sind von der Burg, die von ca. 1150 bis 1696 stand, keine baulichen Details bekannt. Auch im Archiv der Stadt Velburg wurden nur zwei kleine Skizzen davon gefunden.

Schloss Helfenberg
Im Jahre 1696 beauftragte Ferdinand Lorenz Franz Xaver von Tilly und Breitenegg den berühmten kurfürstlichen Barock- und Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi mit dem Neubau eines Schlosses. Der Bau dauerte elf Jahre, also bis 1707. Die Wand- und Deckengemälde stammen von Hans Georg Asam, einem sehr bekannten Freskomaler. Auch das Altarblatt für die Schlosskapelle entstammt seinen Händen. Heute ziert es den Hochaltar der Lengenfelder St. Martins Kirche. Es ist deshalb so wertvoll, weil es unter anderem auch das Schloss Helfenberg zeigt. Das prunkvolle Schloss war ein streng symmetrisch gebauter Palast, der sehr an die italienische Bauweise gebunden war. Riesige Stützmauern boten ausreichenden Halt für die riesige Anlage.
Am 18. August 1796 wurde der Barockbau von den bei Deining geschlagenen Franzosen überfallen und geplündert. Im Oktober 1807 wurde das Schloß in einer öffentlichen Versteigerung um 2132 Gulden auf Abbruch verkauft, obwohl es sich noch im besten baulichen Zustand befand. Schon wenige Wochen später bot die Anlage ein grauenhaftes Bild. Die Mauern wurden, von oben beginnend, Stück um Stück abgetragen und für den Bau von Häusern und Stallungen verwendet.

Graf Tilly
Johann T’Serclaes Graf von Tilly erhält 1631 Helfenberg als Lohn für seine Kriegsdienste. Nach seinem baldigen Tod 1632 bleibt Helfenberg noch bis 1724 im Besitz der Grafen von Tilly. Sie veranlassten auch den Neubau des Schlosses. Das Tilly-Wappen befindet sich am Benefiziatenhaus in Lengenfeld.

Burgruine Helfenberg

Anfahrt
Von Velburg fährt man in Richtung Lengenfelld/ A3. 300 m vor der Autobahn biegt man rechts auf den parkplatz rechts ab, aber parkt dort nicht. Man fährt weiter bis zum Schwaighof und parkt kurz danach. Dort ist dann die Burgruine links am Wald ausgeschildert.

Genauer Standort
Google: 49.239269,11.640179 (Anleitung)




 
Erstellt 02.05.2011 | Letztes Update 02.05.2011 | 4447 Aufrufe