Burgruine Rundeck

Über dem Ort Erlingshofen befindet sich die etwas versteckt liegende Burgruine Rundeck, früher auch Burg Erlingshofen, Stosserburg oder auch Stossenburg genannt.

Beim Betreten des Burggeländes fällt auf der einen Seite der sehr mächtige 3-fach Burggraben auf (besonders der Halsgraben), der die Burg von der Vorburg getrennt hat. Auf der anderen Seite fällt das Gelände sehr steil ab. Von der Burg selber steht nur noch die Mauer nach Westen, ein Teil des Burgfrieds sowie Befestigungen des Tores.
Nach Süden, durch ein Zwischental getrennt (durch das von Erlingshofen kommt), liegt eine doppelte Verteidigungsschanze.

Geschichte
Die Burg hat eine sehr lebhafte Geschichte hinter sich:

Auf dem „Schlossberg“, einer steilen Bergzunge bei Erlingshofen, standen in der Folge zwei Burgen, die drei verschiedene Namen haben. Die hochmittelalterliche Burg, auf die der ovale und vieleckige Grundriss der Anlage zurückgeht und von der noch Buckelquader im Innenbereich wahrzunehmen sind, war der Stammsitz der zuletzt reichsunmittelbaren Herren von Heideck und hieß Erlingshofen. Als die schon in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts aufgegebene Burg im Spätmittelalter neu erbaut wurde, bekam sie von den bayerischen Herzögen, deren Eigentum sie war, den Namen „Stossenberg“, der schließlich in Vergessenheit geriet. Der Ruine gab dann die Romantik den paradoxen Namen „Rundeck“.

Die Burg war im Osten, auf ihrer Angriffsseite, durch eine dreifache Grabenanlage mit Außenwällen, die Palisaden trugen, gesichert. Der innere der Halsgräben, der eine besondere Tiefe auf weist, lief als Ringgraben um die ganze Burg. Erhalten haben sich die Südwand des viergeschossigen Torturms, der durch eine Brücke erreichbar war, sowie der westliche Bering, der, wie der Mauerrücksprung anzeigt, einen Wehrgang besaß. Auf dem Wehrgang ist noch eine kleine Fensteröffnung vorhanden. Die quer durch die Mauer laufenden Löcher enthielten Hölzer, die einst das Baugerüst trugen und bei einer Instandsetzung erneut benutzt werden konnten. Die Wirtschaftsgebäude standen vor der Burg im Nordosten, auf einer vor dem Ringgraben angeschütteten Terrasse.

Die Sage berichtet, dass man auf den hohen Türmen der im Anlautertal gelegenen Burgen von einer zur anderen sehen konnte und von der Burg „Rundeck“ zur gegenüberliegenden Burg Brunneck über Altdorf ein Drahtzug gegangen sei, mit dem die Ritter, wenn ein Wagen oder Wanderer des Wegs kam, das Zeichen zum Raub gegeben hätten. Südlich der Ruine und jenseits der Straße von Erlingshofen nach Niefang erstreckt sich auf dem „Kirchberg“ eine Abschnittsbefestigung mit einer dreifachen Graben- und Wallanlage, die aus der Vor-, vielleicht auch aus der Frühgeschichte stammen dürfte.

1129 – 1169 Sitz der Edelfreien v. Erlingshofen, die sich auch v. Arnsberg und späte auch von Heideck nannten
1379 Der alte Burgstall Zubehör zur bayerischen Herrschaft Arnsberg
um 1385 Neubau der Burg unter dem namen „Stossenburg“ durch die Stosser
1388 Pfandbesitz der Schenken von Geyern
1481 Verkauf an das Hochstift Eichstätt
1504 unbewohnt und seitdem verfallen
1801 Auftreten der Bezeichnung „Rundeck“

Videos
Videos der Burg Rundeck

Anfahrt
In Erlingshofen in Richtung Niefang fahren. Nach zwei spitzen Kehren kommt man auf die Hochfläche, wo eine scharfe Linkskurve kommt. Dort gleich links parken. Die Burg ist dort mit einem Burgensymbol bereits ausgeschildert. Den Feldweg ca. 300 m am Waldrand entlang laufen. (Für Plan auf Bild klicken)

Genauer Standort
Google: 48.9923,11.308959
(Wie funktioniert das? Anleitung)

Februar 2011

August 2010




 
Erstellt 07.08.2010 | Letztes Update 05.08.2011 | 3621 Aufrufe