Burgruine Stahelsberg

Man betritt die weitläufige Hochfläche des Burgstalls, wo einst die Burg Stahelsberg seit dem 13. Jhd. stand und ist beeindruckt. Steil abfallende Flanken, deutliche Überhöhungen, wo einst die Mauern standen, ein sehr gut erhaltenes Fundament der ehemaligen Burgkapelle und eine Flora, die daraus einen stimmungs- und kraftvollen Ort macht. Bestens geeignet, um zur Ruhe zu kommen und dem Rauschen der Blätter zuzuhören.

Geschichte
An dieser Stelle des Schlossberges erhob sich einst die große Burg der Freien von Stahelsberg und beherrschte die Talenge der Rohrach. Von der langst zerfallenen mittelalterlichen Burganlage des bereits vor dem 12. Jahrhundert ausgestorbenen Geschlechts blieb nur der gut erhaltene Halsgraben, der sich im Süden und Osten um den Schlossberg herumzieht.

Um Felsbildungen wie die „Blutrinne“, unterirdische Höhlen wie den „Hohlen Stein“ und die Überreste von Bauten auf dem Schlossberg ranken sich im Rohrachtal manche Überlieferungen und Volkssagen. Eine davon reicht in die Zeit der Kreuzzüge zurück.
Mit den Staufern zog auch ein Ritter vom Schlossberg ins Heilige Land. Seine Frau, in der Einsamkeit des Rohrachtales zurückgeblieben, war fahrenden Sängern gegenüber sehr gastfrei und nahm es auch mit der ehelichen Treue nicht genau. So gebar die Frau des Ritters während seiner Abwesenheit Zwillinge; aus Angst vor ihrem Mann beschloss sie, die beiden Knaben im Weiher unterhalb des Schlossberges zu ertränken. Eine Magd machte sich mit einem geflochtenen Korb, in dem beide Kinder lagen, auf den Weg. Doch bevor sie die Tat ausführen konnte, kehrte der Schlossherr überraschend heim. Er fragte die Magd nach dem Inhalt! des Korbes. Sie gab vor, zwei junge Hunde zum Weiher zu bringen. Der Ritter forderte die Magd auf, den Korb zu öffnen. Als er die Knaben erblickte, befahl er, seine Frau nicht von seiner Rückkehr zu unterrichten. Die Kinder brachte er zur Erziehung in einer Familie unter. Später kehrte er auf sein Schloss zurück und wurde von seiner nichtsahnenden Gattin scheinbar erfreut empfangen. Bei einem Fest zu seiner Heimkehr stellte der Ritter seinen Gästen die Frage nach ihrem Urteil über eine untreue Ehefrau, die zwei Kinder ertränken lässt. Die Gäste meinten, eine solche Frau hätte den gleichen Tod verdient. Der betrogene Ritter ließ nun ein großes Fass bauen, das innen mit Nägeln beschlagen war, und schloss seine Frau darin ein. Das Fass wurde den Berg hinabgerollt bis es im Weiher unterging. Dieser Sage nach nannten sich die geretteten Knaben später „Herren von Hund(t)“, ein solcher Geschlechtsname ist seit dem Mittelalter und bis in die heutige Zeit bekannt.

Das Erbe der Freien von Stahelsberg übernahmen um 1200 die Herren von Tainendingen (Hohentrüdingen). 1245 bauten sie hier ein Zisterzienserinnen-Kloster. Bereits 1252 wurde es jedoch nach Zimmern im Ries, dem heutigen Kloster Zimmern bei Nördlingen, verlegt. Die Grundmauern der Klosterkapelle wurden freigelegt.

Video
Video Burgruine Stahelsberg

Anfahrt
Wenn man von Hechlingen am See in Richtung Ursheim fährt, kommt man nach ca. 2 km an eine sehr charakteristische Linkskurve. Gleich danach folgt links ein Parkplatz, an dem man parkt. Dann läuft man in Richtung Kurve zurück und folgt dem Weg den Berg zum Burgstall hinauf, der ausgeschildert ist.

Genauer Standort
Google: 48.957059,10.722892 (Anleitung)
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Erstellt 06.04.2011 | Letztes Update 20.04.2011 | 2964 Aufrufe