Burgruine Streitberg

Die Burg Streitberg blickt auf eine lange, wechselvolle Geschichte zurück. Bereits vor 1120 wurde diese einst bedeutende Burg entlang einer wichtigen Geleitstraße auf einem Dolomitfelsblock in unmittelbarer Nachbarschaft zur Neideck errichtet. Die strategisch günstige Lage machte die Burg Streitberg für viele Parteien hochinteressant.

Von der Burgruine hat man einen wunderbaren Blick über das Wiesenttal; entweder direkt auf die Burgruine Neideck
Blick von der Burg Streiberg über das Wiesenttal Richtung Burg Neideck
oder vorbei an den charakteristischen Bergen des Tals in Richtung Ebermannstadt.
Blick von der Burg Streitberg Richtung Ebermannstadt

Geschichte
Die Existenz der freieigenen Burg vor 1120 lässt sich durch einen Walter de Straberg erschließen. Sein Geschlecht starb viele hundert Jahre später in Strößendorf bei Burgkunstadt aus. Die Streitberger waren bedeutende Ministeriale im Dienste des Bamberger Bischofs, die ihrerseits auf untergebene Eigenleute zurückgreifen konnten.

Ende des 13. Jhds. veräußerten Mitglieder der Familie einen Teil der Burg an die Schlüsselberger, die damals bedeutendste edelfreie Familie der Region, die kurz davor standen, das Gebiet der nördlichen Frankenalb politisch zu einen. Der letzte Schlüsselberger Konrad II. verfügte, dass nach seinem Tod bei einem Verkauf seines Anteils der Burg durch die Streitberger 60 Pfund Silber an seine Streitberger Vettern ausgezahlt werden müssten. Sein Anteil wurde nach seinem Tod 1347 an das Bistum Bamberg veräußert.

Die Besitzverhältnisse auf der Burg waren sehr kompliziert. Nicht nur die Schlüsselberger hielten einen Teil der Burg, sondern auch der Bischof von Würzburg, der Bischof von Bamberg und später auch der Markgraf. Mitte des 14. Jhds. verpflichteten sich die Streitberger gegenüber dem Bamberger Bischof, gegen Zahlung von 250 Pfund Hallern, ihren Anteil der Burg zu öffnen und bei Kampfhandlungen Unterstützung zu leisten. Die verworrenen Eigentumsverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Absprachen mit anderen Parteien führten zu einem Burgfriedensvertrag (1344), der im Laufe der Zeit immer wieder erneuert werden musste.

So erneuerte man auch 1489 den Burgfriedensvertrag, da seit 1420 ein Teil der Burg dem Kloster Saalfeld aufgetragen wurde und Eberhard von Streitberg seinen Teil dem brandenburgischen Markgrafen öffnete. Der Markgraf erwarb den Klosteranteil (1521) und zahlte im Gegenzug jährlich 70 Gulden, bis das Kloster eine Pfründe erhielt, die jährlich 50 Gulden einbrachte.
Burg Streitberg - Grundriss

Anfahrt
Man fährt direkt in den Ort Streiberg und dort ist die Burgruine ausgeschildert. Ein Stück vor der Burgruine ist ein Parkplatz für die Besucher.

Genauer Standort
Google: 49.812941,11.220612 (Anleitung)




 
Erstellt 28.05.2012 | Letztes Update 28.05.2012 | 2349 Aufrufe