Burgstall Ottersdorf bei Hexenagger

Trotz der Nähe zur Ortschaft Hexenagger ist der Burgstall Ottersdorf (Hexenagger) ein besonderer Ort. Geheimnisvoll und geschichtsträchtig liegt der sehr kleine Burgstall auf dem dicht bewaldeten, steilen Felssporn über dem Tal, dem Schindergrund.

Der Burgstall bestand aus einem Palisadenzaun auf dem äußeren Wall einer halbkreisförmigen Doppelwallanlage. Dahinter stand bis ins 13. Jahrhundert ein hölzernes Gebäude auf einem Felssporn, welches durch eine Brücke mit dem Steilhang verbunden war. Die Herren von Ottersdorf, die dem Weiler Ottersdorf den Namen gaben, werden als Besitzer des Burgstalls urkundlich von 1108 bis 1140 erwähnt.

Geschichte
Ein Burgstall diente vorwiegend den Bewohnern und deren Vieh als Fliehburg vor Angriffen. Gebäude auf dem Felsen konnte man kaum erobern.
Burgstall Ottersdorf
Beide Wälle waren mit einem Palisadenzaun erhöht, hinter dem man auf einem Laufsteg den Angreifer mit Speeren, Pfeilen und anderen Waffen zum Rückzug zwang. In friedlichen Zeiten wurden Häuser mit Ställen am Ort des heutigen Weilers Ottersdorf bewohnt. Dort befand sich bis ca. 1965 eine „Wasserhüll“ (Weiher). Das mühsame Wasserholen aus der Schambach war somit nur im Hochsommer notwendig.

Im Burgstall neigten sich fast alle Dächer nach innen, um in Belagerungszeiten Regenwasser auffangen zu können. Die eng aneinander gebauten Holzhäuser hatten Steinfundamente, deren Bodenbalken bis zu 1,50 m über den Fels hinausragten. Somit war das Erobern der Anlage nochmals erschwert. Die Brücke und das Eingangstor hatten eine sehr robuste und einfache Bauart ohne Geländer, um die Verteidigung zu erleichtern.

Die Hochfläche um Ottersdorf war zu damaliger Zeit Weide und Acker. Auch die Hänge wurden stark beweidet und waren somit fast baumfrei. Man hatte nach allen Seiten freie Sicht, so dass herannahende Reiter, Fuhrwerke oder Wanderer frühzeitig erblickt wurden. Bei Gefahr (Angriffe) trieben die Frauen und Kinder das Vieh fluchtartig hinter die Wälle des Burgstalles. Die Männer beobachteten mit den Waffen in den Händen, wohin sich die Fremden bewegten. Es war hiebt einfach einen Überraschungsangriff erfolgreich durchzuführen. Der Burgstall gab den Bewohnern Sicherheit. Das Leben der Menschen spielte sich auf der Fläche zwischen Burgstall (Fliehburg), Wasserhüll mit Wohnhäusern und Ställen und dem heiligen Platz unter der 1000jährigen Eiche ab.

Anfahrt
Zwischen Berghausen und Hexenagger biegt man nach Ottersdorf ab, wo man parkt. Dort ist die 1000jährige Eiche ausgeschildert. Man geht von Ottersdorf bis zum Wald und biegt dann rechts ab. Dann läuft man direkt auf die Eiche zu, daran vorbei und ein wenige Meter weiter zu der Infotafel des Burgstalls.

Genauer Standort
Google: 48.921134,11.678036 (Anleitung)
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GPS-Daten: Download GPX-File




 
Erstellt 09.06.2011 | Letztes Update 10.08.2013 | 3501 Aufrufe