Burgstall Sand (Todtenweis)

Wer vor dem Burgstall Todtenweis steht, sieht eine große und und von der Grundform her ungewöhnliche Anlage. Außergewöhnlich aber auch von Stimmung und Kraft her, denn der tiefe Halsgraben, die sehr massiven Wälle und das weite, ovale Plateau sind sehr beeindruckend. Obwohl nicht weit davon entfernt eine Bundesstraße vorbeiläuft, bekommt man das überhaupt nicht mit. Man ist wie in einer eigenen Welt und wenn man sich in die Mitte des Burgstalls setzt, ist man endgültig angekommen.

Burgstall Todtenweis

Geschichte
Der heutige Ort Todtenweis war Königsgut und wird erstmals 1033 genannt, als Kaiser Konrad II. dem Kloster St. Afra in Augsburg die Schenkung eines Gutes in Teitinwich bestätigte, dass die Kaiserin Kunigunde zum Seelenheil ihres Gemahls, Kaiser Heinrichs II., gestiftet hatte. 1131 erhielt Pfalzgraf Otto IV. von Wittelsbach die Vogteirechte über diesen Besitz. Zur Ausübung seiner Tätigkeit als weltlicher Schutzherr errichtete der Pfalzgraf hier eine Burg, die 1177 erwähnt wird, als Papst Alexander III. das Kloster mit seinen Gütern in geistlichen Schutz nahm. Darunter befand sich auch Taitenwis mit dem vom Pfalzgraf Otto VI. erworbenen castrum (Burg). Um 1280 wird sie nochmals erwähnt, da sub monte castri (unter dem Burgberg) ein Anger lag, dessen Heu für den Herzog geerntet wurde. Der Pfalzgraf besetzte die Burg mit Dienstmannen, die noch 1296 bezeugt sind.

Die geräumige Burg wurde durch einen tiefen Graben und einen steil geböschten Wall, der Palisaden trug, vom Hinterland abgetrennt. Über dem Steilhang zur Lechebene schützten ebenfalls Palisaden. Die Innenbauten bestanden aus Holz, nur die Wohngebäude (Palas) waren wohl gemauert (Backsteinfunde). Eine Burg, von der nur noch Gräben und Wälle sichtbar sind, bezeichnen Archäologie und Burgenkunde als Burgstall.

Video
Video Burgstall Sand (Todtenweis)

Anfahrt
Aus Richtung Sand kommend, fährt man in Todtenweis die erste Straße im Ort, die Kunigundenstraße, hinein und bis zum Ende durch. Dort parkt man. Dann geht man den Berg hinauf, den ersten Feldweg rechts und den bis zum Wald durch. Im Wald geht man den Berg links hinauf und trifft dort bald auf den Burggraben.

Genauer Standort
Google: 48.517019,10.764699 (Anleitung)




 
Erstellt 20.06.2011 | Letztes Update 21.06.2011 | 3146 Aufrufe