Burgstall Warberg

Der Burgstall auf dem Warnberg war früher der Standplatz einer Burg, wie sie nicht so oft zu finden ist. Sie war relativ groß, sehr in die Länge gezogen, durch einen Graben zweigeteilt und hatte vermutlich zwei Türme. Einen ähnlichen Grundriss kenne ich nur von der Burg Stauf.

Der schönste Platz, um die Anwesenehit zu genießen, ist der Graben, der die Burg teilt. Dort befindet sich ein Brunnen, dessen Wasserpegel für einen Berg mit 567 m ungewöhnlich hoch ist. Wenn man sich dort auf den Steinen niederlässt, kann man die Kraft spüren, die von diesem Ort ausgeht.

Burgstall Warberg

Bei der Betrachtung des Burggeländes fällt besonders seine Ausdehnung auf, eine mindestens 150 m lange und 50 m breite Anlage. Genauso eindrucksvoll präsentieren sich die meterhohen Schuttkegel zweier Türme. Die weitere Bebauung lässt sich nur noch erahnen, da die Mauerzüge fast vollständig von Versturzmaterial und Humus überdeckt sind. Im Osten vorgelagert verläuft ein vermutlicher Halsgraben, in dem sich ein Brunnen befindet Der alte Zugang zur Burg hat sich zumindest teilweise erhalten. So sind vom heutigen Forstweg aus mehrere Hohlwege sowie im Fels Wagenspuren zu erkennen. Sie führen von Süden den Berg herauf und erreichen Östlich des Burgstalls die Anhöhe.

Die Burg wurde Mitte des 13. Jahrhunderts geschleift (= Aufgabe der Burg), geriet danach völlig in Vergessenheit und verwaldete zunehmend. Archäologisch befand sich die Burg Warberg in einer Art Dornröschenschlaf, aus dem sie erst durch Ausgrabungen, die in den Jahren zwischen 1991 und   1997  in   mehreren kleinen   Kampagnen stattfanden, geweckt wurde.

Die Burg Warberg oder Wartberg (= Siedlung auf einem Berge, von wo aus die Wache Ausschau hält) befindet sich im Oberpfälzer Grenzgebiet zu Böhmen. Die Errichtung ist auf Landesausbau und Grenzsicherung zurückzuführen. Das adelige Geschlecht der Warberger findet erstmals um das Jahr 1138 Erwähnung und zwischen 1140 und 1144 ist eine Gräfin Adelheit de Wartperch urkundlich nachgewiesen. Adelheid war Tochter Heinrichs von Limburg und Enkelin von Bodo von – Pottenstein und Judith, einer Schweinfurter Erbtocher.

Da die Gräfin schon zu Lebzeiten eine Anzahl an Gütern verschiedenen Klöstern vermachte, wird abgenommen, dass sie kinderlos war. Für den Fortbestand der Burg Warberg ist die Verwandtschaft ihres ersten Ehemannes Kuno von Harburg mit dem Geschlecht der Grafen von Sulzbach bemerkenswert.

Geschichte

1138 – Erste indirekte Erwähnung der Burg, in der die Gräfin Adelheid von Warberg ihr Gut bei Traitsching dem Kloster Ensdorf schenkte.

Um 1144 – Letzte urkundliche Erwähnung der Gräfin Adelheid, worauf Graf Gebhard II. von Sulzbach seine Erbschaftansprüche auf die Hinterlassenschaften der Gräfin stellte. Da der Vater von Graf Gebhard II., Graf Berengar I. von Sulzbach ein Halbbruder von Kuno von Harburg war, erbten nun die Sulzbacher die Burg.

1159 – Elisabeth von Sulzbach, die Tochter des Grafen Gebhard II. heiratete Graf Rapoto I. von Ortenburg und bekam die Burg Warberg als Brautgeschenk.

1188 – Nach dem Tode von Graf Gebhard II. erbten ihre Söhne Heinrich I. und Rapoto II. von Ortenburg die Burg Warberg

1192 bis 1199 eine erste vermutliche Zerstörung fand wohl im Krieg zwischen den Grafen von Ortenburg und den Grafen von Bogen, Passau, Böhmen und Österreich statt.

Bis 1261 Die Burg blieb noch im Besitz der Ortenburger, im gleichen Jahr verkaufte der Sohn von Graf Friedrich von Truhendingen und Anna von Ortenburg, Tochter Heinrichs I. von Ortenburg, Warberg an Herzog Ludwig den Strengen.

1261 bis 1283 – Die Burg wurde aufgegeben, vielleicht auch schon 1278.

Bis 1495 – Die Warberger wurden noch mehrmals urkundlich erwähnt (Balthasar der Warberger zu Kürnberg), vermutlich ein Ministerialengeschlecht das sich weiter nach der zerstörten Burg benannte.

Funde in der Neuzeit, die auf eine Falknerei hindeuten, lassen die Vermutung aufkommen, daß es sich hier um eine Grafenburg gehandelt haben könnte!

Informationen
Wikipedia
Grabungen am Burgstall

Anfahrt
Von Arnsberg fährt man in Richtung Gungolding und nach dem Ortsende kommt nach ca. 500 m auf der linken Seite ein kleiner Waldweg, der sich v-förmig den Berg hinauf gabelt. Dort kann man parken. Dann läuft man den rechten Weg hinauf und nach ca. 200 m sieht man rechts deutlich den Nonnenstein.

Genauer Standort
Google: 48.920131,11.363897 (Anleitung)
Google Earth: Download KMZ-File
GPS-Daten: Download GPX-File




 
Erstellt 21.03.2011 | Letztes Update 22.03.2011 | 3260 Aufrufe