Kirchenweghöhle bei Oberfellendorf

Nicht allzu weit von der Ludwig-Wunder-Höhle entfernt, liegt die kleine, aber feine Kirchenweghöhle. Der Name verweist auf einen alten Kirchenweg, der an dieser Höhle vorbeiführte,  den die Bewohner von Oberfellendorf benutzten, um zur Kirche in Muggendorf zu gelangen.

Der Eingang der Kirchweghöhle hat wegen des rechteckigen Einstiegs das Flair, als würde man in einen Stollen einfahren, was aber im Inneren nicht so weiter geht. Dort geht es in eine eine ca. 40 m lange, 10 m breite und fast 2 m hohe Halle.

Anfahrt
Von Streitberg aus fährt man nach Großfellendorf und dort weiter Richtung Albertshof. Gleich, wenn rechts der Wald beginnt, parken und dem dort in den Wald rechts abgehenden Weg folgen. An der ersten Gabelung rechts halten und den Weg ca. 400 m entlang laufen. Dann gehts den Berg hinab und man muss die Höhle suchen, denn der Einstieg ist schwer zu finden. Es empfiehlt sich, den Ausdruck der Gegend aus dem BayernAtlas mitzunehmen!!

Genauer Standort
Google: 49.818583,11.232478 (Anleitung)

Wie entstand die Fränkische Schweiz?
Die Fränkische Schweiz sah nicht immer so aus wie heute. So war unser Raum vor 250 Mio. Jahren wie heute Festland. Vor ca. 155 – 135 Mio. Jahren dagegen gab es hier ein weites, flaches Meer. Nachdem sich die überwiegend tonigen, mergeligen und sandigen Schichten des unteren (Lias) und mittleren Jura (Dogger) abgelagert hatten, breitete sich im oberen Jura (Malm) dieses warme und gut durchlüftete Jura-Meer aus. In diesem setzte sich vermehrt Kalk ab. Es bildete sich Kalkschicht auf Kalkschicht, ab und zu waren diese von mergeligen Bändern unterbrochen, wenn die Toneinschwemmungen überhandnahmen. Auf Untiefen siedelten sich riffbildende Tiere, vor allem Kieselschwämme und verschiedene Algenarten an. Eine Fülle von Tieren belebte das Meer.

Allmählich wurde unser Gebiet durch Hebung der Erdkruste wieder Festland, die Schlammschichten waren zu Stein geworden, eine mächtige Kalksteinplatte war entstanden. Gewaltige Kräfte des Erdinnern hoben das gesamte Schichtpaket im Westen, im Bereich des Rheingrabens, stark an, so daß die ursprünglich waagerechten Schichten nun generell nach Osten einfallen.

Sofort begann die Verwitterung die Kalkschichten anzunagen. Die Wiesent mit ihren Nebenflüssen sägte sich ein, Hohlräume mit Tropfsteinen bildeten sich, harte Dolomitfelsen blieben stehen, weichere Gesteinsschichten wurden abgetragen. Das heutige, charakteristische Landschaftsbild entstand.




 
Erstellt 22.11.2012 | Letztes Update 22.11.2012 | 2827 Aufrufe