Klausenhöhle bei Essing

Der Name „Klausenhöhle“ lässt nicht annähernd vermutend, welch beeindruckende und faszinierende Ansammlung von Höhlen sich dahinter verbirgt. Wenn man auf die Klausenhöhle zuläuft, sieht man die einzelnen Höhlen erst auf den zweiten Blick und zeigen ihre geheimnisvolle Schönheit erst nach und nach. Diese urzeitlichen Höhlen liegen inmitten eines des alten Buchenwaldes -lichtdurchflutet und in das Rauschen der Blätter eingebettet- und bieten einen wurnderbar mystischen und kraftvollen Aufenthaltsort!

Geschichte
Die Klausenhöhlen sind ein System von mehreren übereinander geschachtelten Höhlen: Untere Klause, Klausennische, Mittlere und Obere Klause. Bis auf die Untere Klause fand man in den anderen Höhlen Werkzeug und Gerät aus alt-, mittel- und jungpaläolithischer Zeit. Aus der Klausennische stammt z.B. ein Milchschneidezahn eines Neandertalers. In der Mittleren Klause konnten die Archäologen aus der magdalénienzeitlichen Schicht eine einreihige Harpune, Knochenspitzen sowie einen Lochstab aus Rentiergeweih bergen, der mit Phantasiewesen geschmückt ist. Eine Kalksteinplatte mit Ritzlinien eines Wildpferdes dokumentieren erste Kunsterzeugnisse. 1913 fanden die Archäologen das Skelett eines Homo Sapiens. Der etwa 30jährige Mann verstarb einer 14C-Analyse zufolge vor etwa 18.000 Jahren; seinen toten Körper bettete man in eine mächtige Rötelpackung. Im Bereich des Schädels lagen Mammutstoßzahnbruchstücke, andere Grabbeigaben wurden aber nicht entdeckt.

Die Besiedlungsgeschichte des Altmühltals begann am Anfang der letzten Eiszeit, in der so genannten Würmeiszeit, vor ca. 80.000 Jahren. Dagegen fehlen archäologische Funde aus der ältesten Phase der Altsteinzeit, d.h. aus der Günz-, Mindel- oder frühen Rißeiszeit vor 500.000 – 120.000 Jahren, doch das wird seinen Grund eher in der Änderung der Flusssysteme haben. Die Donau floss nämlich bis vor etwa 200.000 Jahren durchs Untere Altmühltal. In Höhlen oder Felsüberhängen konnten sich daher keine älteren Funde ablagern. In der Würmeiszeit vor ca. 100.000 – 10.000 Jahren gibt es dagegen erste Hinweise auf Menschen, die sich in den Höhlen oder unter Felsschutzdächern, so genannten Abris, im Unteren Altmühltal aufgehalten haben. Damals herrschte hier ein Klima, das heute dem der Tundren ähnlich ist. Das eisfreie Altmühltal war ein günstiges Jagdrevier, in dem Mammut, Nashorn, Ren, später auch Pferd, Wisent und Ur lebten.

Die Klausenhöhle ist Station 7 des Archäologiepark Altmühltal.

Video
Video „Klausenhöhle“

Beitrag
Eingang zu Mutter Erde

Anfahrt
In Essing über die charakteristische Holzhängebrücke (die längste Europas) laufen und auf der anderen Seiten links abbiegen. Man geht 500 m und geht dann dort den (ersten) Weg in Richtung Wald. Dort ist die Klausenhöhle.

Genauer Standort
Google: 48.934468,11.784296 (Anleitung)
Google Earth: Download KMZ-File
GPS-Daten: Download GPX-File

Mai 2013 

Die Wächter der Klausenhöhle

Januar 2012

April 2011




 
Erstellt 08.04.2011 | Letztes Update 02.06.2013 | 6759 Aufrufe