Kummetsloch

Das Kummetsloch liegt wie die Geißlochhöhle, auf dem Lindenberg bei Oberfellendorf. Beide sind für die Fränkische Schweiz sehr charakteristische Höhlen. Durch Verwitterung vor ca. 155 – 135 Mio. Jahren wurden die entstandenen Kalkschichten angenagt. Die Wiesent mit ihren Nebenflüssen sägte sich ein, harte Dolomitfelsen blieben stehen und Hohlräume wie die Geißlochhöhle (aber auch mit mit Tropfsteinen) bildeten sich.

Das Kummetsloch, eine paläolithische Jägerstation
Auf der Hochfläche des Fränkischen Jura nördlich von Streitberg ragen aus den Trockentälern einzelne Dolomitriffe auf, von denen ein nordöstlich von Oberfellendorf gelegenes an seiner Nordseite zwei Grotten von geringer Ausdehnung trägt. Von diesen wurde das westliche, das „Kummetsloch“, im Jahre 1906 durch den Herrn Geheimen Kommerzienrat Ignaz Bing ausgegraben.  Bei dieser Gelegenheit wurden zahlreiche Funde gemacht.

Weitere Infos darüber finden sich in dem Buch „Abhandlungen der Naturhistorischen Gesellschaft zu Nürnberg – XX. Band“ (1913) unter der dem Kapitel „Das Kummetsloch bei Streitberg, eine paläolithische Jägerstation„.

Anfahrt
Von Streitberg aus fährt man nach Großfellendorf und dort weiter Richtung Gößmannsdorf. Nach ca. 1 km folgt man rechts der Abzweigung nach Albertshof. Man fährt wenige Meter bis bis zum Anfang des Waldes rechts und parkt dort. Das Kummetsloch befindet sich direkt an der Spitze im Wald etwas links am Hang des Berges.

Genauer Standort
Google: 49.827429,11.236727 (Anleitung)
Google Earth: Download KMZ-File
GPS-Daten: Download GPX-File

Wie entstand die Fränkische Schweiz?
Die Fränkische Schweiz sah nicht immer so aus wie heute. Wie nahezu jeder Landstrich der Erde, hat auch sie eine bewegte, erdgeschichtliche Vergangenheit. In den während vieler Millionen Jahren abgelagerten Gesteinsschichten vermag der Geologe wie in einem aufgeschlagenen Buch zu lesen.

So war unser Raum vor 250 Mio. Jahren wie heute Festland. Vor ca. 155 – 135 Mio. Jahren dagegen gab es hier ein weites, flaches Meer. Nachdem sich die überwiegend tonigen, mergeligen und sandigen Schichten des unteren (Lias) und mittleren Jura (Dogger) abgelagert hatten, breitete sich im oberen Jura (Malm) dieses warme und gut durchlüftete Jura-Meer aus. In diesem setzte sich vermehrt Kalk ab. Es bildete sich Kalkschicht auf Kalkschicht, ab und zu waren diese von mergeligen Bändern unterbrochen, wenn dieToneinschwemmungen überhandnahmen. Auf Untiefen siedelten sich riffbildende Tiere, vor allem Kieselschwämme und verschiedene Algenarten an. Eine Fülle von Tieren belebte das Meer.

Allmählich wurde unser Gebiet durch Hebung der Erdkruste wieder Festland, die Schlammschichten waren zu Stein geworden, eine mächtige Kalksteinplatte war entstanden. Gewaltige Kräfte des Erdinnern hoben das gesamte Schichtpaket im Westen, im Bereich des Rheingrabens, stark an, so daß die ursprünglich waagerechten Schichten nun generell nach Osten einfallen.

Sofort begann die Verwitterung die Kalkschichten anzunagen. Die Wiesent mit ihren Nebenflüssen sägte sich ein, Hohlräume mit Tropfsteinen bildeten sich, harte Dolomitfelsen blieben stehen, weichere Gesteinsschichten wurden abgetragen. Das heutige, charakteristische Landschaftsbild entstand.




 
Erstellt 19.09.2012 | Letztes Update 20.10.2012 | 2623 Aufrufe