Ludwig-Wunder-Höhle

Vor ca. 155 – 135 Mio. Jahren setzte sich im Gebiet der Fränkischen Schweiz vermehrt Kalk ab und bildeten Kalkschichten. Aus den Schichten entstand eine mächtige Kalksteinplatte. Durch die Hebung dieser Platte begann sofort die Verwitterung diese Kalkschichten anzunagen. Wasser durch Bäche und Flüsse fras sich ein und Hohlräume wie auch die Ludwig-Wunder-Höhle bildeten sich. Das wäre die geologische Erklärung für die Entstehung dieser Höhle.

Der mythologische Ansatz ist, dass der schmale, geheimnisvolle Eingangwie ein symbolischer Zugang zur Unterwelt wirkt und an einen Einganz zu Mutter Erde, der Großen Göttin, erinnert. Mutter Erde, die Große Göttin, ist die Bezeichnung für eine weibliche Gottheit in den Mythen vieler früher Kulturen, bei denen die fruchtbringenden Wachstumskräfte der Erde in Form einer Muttergöttin verehrt wurden. Sie ist verantwortlich für alle Jahreszeiten: Die Göttin wählte sich ihren Heros jährlich neu, sie befruchtete das Land durch die „Heilige Hochzeit“ mit ihm sie ließ ihn im Winter (beziehungsweise in der Dürreperiode) sterben und im Frühjahr wieder auferstehen.

Ludwig-Wunder-Höhle

Wundershöhle oder Wunderhöhle
Bei der Recherche zu diesem Beitrag habe ich festgestellt, dass Wikipedia eine andere Höhle (nahe Muggendorf) als Wundershöhle (mit s) ausweist. Der BayernAtlas bezeichnet nämlich diese Höhle als Wunderhöhle (ohne s) und auch in historischen Karten hat sie diesen Namen. Laut BayernAtlas liegt die Wundershöhle nahe Oberfellendorf.
[Update] Mir wurde von mehreren Seiten gesagt, dass diese Höhle, deren Beitrag Ihr gerade lest, die Ludwig-Wunder-Höhle (und nicht die Wundershöhle) ist.  Die scheint wirklich – trotz falscher Angabe im BayernAtlas – bei Muggendiorf zu liegen.

Anfahrt
Von Streitberg aus fährt man nach Großfellendorf und dort weiter Richtung Albertshof. Gleich, wenn rechts der Wald beginnt, parken und dem dort in den Wald rechts abgehenden Weg folgen. An der ersten Gabelung schräg links den Berg hinauf gehen und dort findet man die Wundershöhle.

Genauer Standort
Google: 49.821123,11.233389 (Anleitung)
Google Earth: Download KMZ-File
GPS-Daten: Download GPX-File

Wie entstand die Fränkische Schweiz?
Die Fränkische Schweiz sah nicht immer so aus wie heute. So war unser Raum vor 250 Mio. Jahren wie heute Festland. Vor ca. 155 – 135 Mio. Jahren dagegen gab es hier ein weites, flaches Meer. Nachdem sich die überwiegend tonigen, mergeligen und sandigen Schichten des unteren (Lias) und mittleren Jura (Dogger) abgelagert hatten, breitete sich im oberen Jura (Malm) dieses warme und gut durchlüftete Jura-Meer aus. In diesem setzte sich vermehrt Kalk ab. Es bildete sich Kalkschicht auf Kalkschicht, ab und zu waren diese von mergeligen Bändern unterbrochen, wenn die Toneinschwemmungen überhandnahmen. Auf Untiefen siedelten sich riffbildende Tiere, vor allem Kieselschwämme und verschiedene Algenarten an. Eine Fülle von Tieren belebte das Meer.

Allmählich wurde unser Gebiet durch Hebung der Erdkruste wieder Festland, die Schlammschichten waren zu Stein geworden, eine mächtige Kalksteinplatte war entstanden. Gewaltige Kräfte des Erdinnern hoben das gesamte Schichtpaket im Westen, im Bereich des Rheingrabens, stark an, so daß die ursprünglich waagerechten Schichten nun generell nach Osten einfallen.

Sofort begann die Verwitterung die Kalkschichten anzunagen. Die Wiesent mit ihren Nebenflüssen sägte sich ein, Hohlräume mit Tropfsteinen bildeten sich, harte Dolomitfelsen blieben stehen, weichere Gesteinsschichten wurden abgetragen. Das heutige, charakteristische Landschaftsbild entstand.




 
Erstellt 05.10.2012 | Letztes Update 02.11.2012 | 4650 Aufrufe