Hügelgräber Niederlauterbach

Waldbewohner an der Hügelgräbern Niederlauterbach Bei dem seit dem 19. Jhd. bekannten Grabhügelfeld in der Flur „Geaichet“ nahe Niederlauterbach handelt es sich um einen ausgedehnten Friedhof, der durch Größe und Umfang auffällt.

Wenn man durch den Wald läuft, merkt man, dass dieser Ort etwas besonderes ist. Außergewöhnlich hohe und deutlich ausgeprägte Gräber, geheimnisvolle Flora und schier nimmer enden wollende Zahl mystischer Hügelgräber. Lasst Euch auf einem der Gräber nieder und lasst die vergangenen Jahrtausende an dieser kraftvollen Gegend auf Euch wirken.

Diese Hügelgräber sind ein absoluter Tipp, wenn man charakteristische Exemplare sehen und erleben möchte.

Geschichte
Bei dem Grabhügelfeld von Niederlauterbach handelt es sich um einen ausgedehnten Friedhof, der durch Größe und Umfang auffällt. Mit einer Anzahl von über 180 Grabhügeln ist er auch heute noch eine der größten erhaltenen Grabhügelgruppen in ganz Oberbayern. Die Datierung der Hügel ist mit großen Unsicherheiten behaftet. Durch eine Untersuchung von 1983 sind bronzezeitliche Bestattungen nachgewiesen. Dies bedeutet aber nicht, dass in der Eisenzeit weitere Hügel dazu gekommen sind, wie dies andernorts öfter vorkommt. Die spätere Erweiterung ist umso wahrscheinlicher, als der Umfang von ursprünglich 180 oder mehr Hügeln dafür spricht, dass der Friedhof einen längeren Zeitraum bzw. zu verschiedenen Zeitabschnitten genutzt wurde. Die Bronzezeit wird nach derzeitigem Stand datiert in den Zeitraum von etwa 2300 bis 800 v. Chr. Hügelgräber wie in Niederlauterbach wurden im Zeitraum vom 16. bis zum 13. Jh. v. Chr. angelegt, die nachgewiesenen Bestattungen des ausgegrabenen Hügels stammen aus dem 16. Jh. v. Chr. Um was für ein Volk es sich handelte, lässt sich nicht sagen, da man aus dieser frühen Zeit noch keine Namen von Völkern oder Volksgruppen weiß. Dies beginnt in unserem Raum erst mit den frühen Kelten ab dem 8. Jh. v. Chr., streng genommen sogar erst ab dem 6/ 5. Jh. v. Chr. Aus der frühen Bronzezeit kennt man vor allem kleine Gruppen von Erdbestattungen ohne Überhügelung. In der mittleren Bronzezeit, der sog. Hügelgräberbronzezeit, gab es – wie der Name es nahe legt – hauptsächlich Grabhügelfriedhöfe. Im 13. Jh. v. Chr. bricht die Sitte, Hügel über reich ausgestatteten Gräbern aufzuwerfen ab, zugunsten von eher unscheinbaren Brandbestattungen in Urnen, was der späten Bronzezeit auch den Namen Urnenfelderzeit eingetragen hat.

Quelle: Das Archäologische Jahr in Bayern, 1985, Seite 51ff

Genauer Standort
Google: 48.652191,11.621375 (Anleitung)
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Erstellt 06.03.2012 | Letztes Update 06.03.2012 | 2702 Aufrufe