Bürg Irnsing

Topografische Karten weisen das Gelände sie lapidar als Schanze aus, Mutmaßungen sehen in ihr ein römisches Kastell und in der Gegend ist es eine Bürg. Als ich das Gelände betrat, wurde ich sofort an die Wallanlage in Ried erinnert, die sehr ähnlich aussieht. Nach einem Rundgang war ich mir sicher, dass es sich bei der Anlage um eine vorgeschichtliche Siedlung mit Wallanlage handelt.

Denkmal
Denkmalnummer D-2-7136-0172: Freilandsiedlung des Jungpaläolithikums (Aurignacien), vorgeschichtliche Siedlungsfunde u.a. der Altheimer/Pollinger und der Chamer Gruppe, verebnetes Grabenwerk mit zwei Gräben vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung, vermutlich der Hallstattzeit, im Luftbild, frühmittelalterliche Abschnittsbefestigung „Bürg“.

Entlang dem steilen Hochufer der Donau kommt man an diesen schönen Ort. Man betritt den Innenraum und spürt die Besonderheit dieses Platzes, der eine lange Geschichte aufweisen kann. Hier lässt es sich dank der Abgeschiedenheit gut zur Ruhe kommen.

Geschichte
Die Bürg liegt nordöstlich vom Dorf auf einer bedeutenden Anhöhe, die das gegenüberliegende Donauufer und damit auch das Römerlager Abusina Überragt. Die Befestigungsanlage hat die Form eines unregelmäßigen, stark abgerundeten Vierecks von 250 Meter Länge, von 120 bis 150 Meter Breite und von 2,93 ha Fläche. In dem von einem Graben umgebenen Wall ist größtenteils eine 1,40 ‑ 1,70 m breite Mauer von 350 m Länge, die nur stellenweise aus dem Erdwall herausragt. Nur ein Zugang führt in das Innere, das von mehreren Terrassen durchzogen ist, die auf früheren Weinbau schließen lassen. Am Südfuß der steil abfallenden Schanze quillt eine Schwefelquelle heraus.

Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden von der Limeskommission sachkundige Grabungen vorgenommen. Professor Fink (München) schreibt darüber (Limes-Blatt Nr. 15, Jahrgang 1895):“Die viel umstrittene Schanze bei Irnsing gab kein einziges Fundstück aus römischer Zeit; dagegen fanden sich, in schwarze Erde eingebettet, viele unzweifelhaft prähistorische Scherben. Erweckt schon die halbrunde Form der Anlage erhebliche Zweifel an einen römischen Ursprung, so wurden diese durch die Wahrnehmung, daß eine breite Mauer in den Wall gelegt war, noch gemehrt; denn der einzige, auffindbare Eingang ist ähnlich wie beim Manchinger Ringwall durch ein Zurückbiegen der Wallmauer gebildet. So interessant das Werk auch immer ist, mit dem römischen Grenzwall kann es sicherlich in keiner Beziehung gestanden haben.“

Man sieht heute in der Burg eine Fliehburg gegen die Ungarn etwa aus dem 9. oder 10. Jahrhundert (Deutsche Gaue, Bd.XXI, 1920, S. 69).

Anfahrt
In Irnsing fährt man in Richtung Kelheim. Nach dem Ortsende kommt links bald ein Marterl, an dem man rechts auf den gegenüberliegenden Feldweg einbiegt. Dann fährt diesen Weg, es kommt eine scharfe Links-, dann eine scharfe Rechtskurve; und am Ende des geteerten Teils der Straße parkt man. Die Schanze sieht man hier bereits links liegen. Dann läuft man den ungeteerten Feldweg weiter und geht am Wald links in Richtung Schanze.

Genauer Standort
Google: 48.841418,11.75751 (Anleitung)
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GPS-Daten: Download GPX-File




 
Erstellt 21.08.2011 | Letztes Update 09.07.2013 | 4929 Aufrufe