Ruinenkirche im Spindeltal

Die Ruinenkirche im Spindeltal ist ein sehr kraftvoller und beeindruckender Ort. Im idyllischen, geheimnisvollen Spindeltal liegend kann man gar nicht glauben, dass sie eine so bewegte Geschichte hat. Die sie umgebende Ruhe, das alte Gemäuer und die umliegenden Wälder haben etwas Mystisches an sich und es lohnt sich, die Kirche zu besuchen. Ein Ort voller Kraft!

Ich mag diese Kirche im Gegensatz zu den heillos überfrachteten Prunkbauten sehr. In der Ruinenkirche ist man nämlich auf das Wesentliche reduziert, seinen Glauben an Gott.

Geschichte
Graf Conrad von Helfenstein, Landvogt von Monheim, erwarb im Jahre 1458 vom Markgrafen von Ansbach Burg und Markt Wellheim als erbliches Lehen. Sein Sohn Jörg von Helfenstein ließ 1477/78 im Spindeltal anstelle einer baufälligen Marienkapelle eine gotische Kirche errichten, die sich rasch zu einer Marienwallfahrtsstätte entwickelte.
Nach Aussterben der Heidenheim-Wellheimer Hauptlinie der Helfensteiner (1517) und nach seinem Religionswechsel 1542 ließ der Neuburger Pfalzgraf Ottheinrich um 1550 die Kapelle profanieren, Kirchengeräte entfernen und das Dach abtragen. Dies bedeutete das Ende der Wallfahrt.

1727 stürzte Franz Ferdinand von Schwab, Herr auf Trippach und pfalz-neuburgischer Kastner zu Graisbach, in der Nähe der Kirchenruine vom Pferd, blieb aber unverletzt. Aus Dankbarkeit brachte er in der Ruine ein Mariengemälde an. Bald setzten wieder Wallfahrten aus den Dörfern der Umgebung ein. Der Pfarrer vom nahen Rögling, zum Bistum Eichstätt gehörend, der 1729 auf den alten gotischen Resten die Kirche neu erbaut und 1747 erweitert hatte, stritt sich jahrzehntelang mit dem Pfarrer von Wellheim, zum Bistum Augsburg gehörend, um die Wallfahrtseinnahmen; Ursache war die nicht eindeutige Lage der Kirche. Auch der Pfarrer vom benachbarten Ort Ensfeld (Bistum Eichstätt) reklamierte die Einnahmen für sich. Nachdem die Wellheimer erneut die Opfer an sich genommen hatten, beantragte das Ordinariat Eichstätt beim Ordinariat Augsburg am 26. April 1871 den Abbruch. Man verständigte sich auf eine kleinere Lösung, nämlich die Kirche nicht zu „demolieren“, sondern sie zu schließen und dem natürlichen Verfall zu überlassen. Da die Wallfahrten auch zur geschlossenen Kirche nicht nachließen, wurde die Kirche in Ausführung einer Neuburger Regierungsanordnung vom Landrichter von Monheim 1783 zerstört. Der Grund wurde an Privat verkauft. Das Pilger-Wirtshaus hielt sich noch bis 1811.

1984 wurde in der Ruine auf Privatinitiative hin ein Holzkreuz aufgestellt und bald darauf wieder ein Madonnenbild angebracht. Ab 1985 wieder regelmäßig Ziel von Gläubigen, wurde die Ruinenkirche trotz Bedenken des Denkmalschutzes teilweise wieder aufgemauert und mit einem Schutzdach versehen, wurden Fenster und Türen eingebaut und Bänke eingestellt.
(Quelle: Wikipedia)

Anfahrt
Zwischen Konstein und Wellheim biegt man in Richtung Tagmersheim ab und fährt in das Spindeltal. Nach ca, 1,4 km steht unübersehbar die Ruinenkirche in der Mitte des Tals.

Genauer Standort
Google: 48.827266,11.037269 (Anleitung)
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Erstellt 10.02.2011 | Letztes Update 10.02.2011 | 8490 Aufrufe