Ruinenkapelle St. Ulrich auf dem Uhlberg

Der Ulberg (Eulenberg) wird 1144 anlässlich einer Schenkung erstmals urkundlich erwähnt. In der Zeit um 1242 bis 1364 kam das gesamte Ulberg-Gebiet durch Schenkung und Kauf in den Besitz des Deutschen Ordens. Um 1469 entwickelte sich eine Wallfahrt zu einem Marienbildstock am Ulberg, zu dem Wallfahrer bis aus dem Allgäu kamen. Der Landkamtur Melchior von Neuneck in Ellingen ließ deshalb eine Kapelle bauen, die der Schutzpatronin des Deutschen Ordens „Maria“ geweiht wurde. Für diese Kapelle, der heutigen Ulberg-Ruine erließ Papst Paul II 1466 einen Ablass für die Wallfahrer an den Tagen “Maria Verkündigung“ (25.03) und „Maria Aufnahme“.

Von der Infotafel, auf der dieser Text stand, stehen längst nur noch die Pfosten. Eine steinerne Madonna, die der aus Wemding stammende Künstler Ernst Steinacker aufstellte, zertrümmerten Unbekannte 1993 mit brachialer Gewalt. Die Bruchsteinmauern wurden wiederholt mit roter Farbe beschmiert, auch als ich die Kapelle besuchte.

Immer wieder wird im Internet auf die Sage der „weißen Frau“ verwiesen, die seit Jahrhunderten am Uhlberg den Menschen erscheinen soll. Dafür gibt es aber keine nachhaltigen Beweise. Aber nach den Archiven siedelten – darauf lassen Funde schließen – schon die Kelten auf der Anhöhe gut 600 Meter über dem Meeresspiegel. Von 1140 bis ins 17. Jahrhundert gibt es Hinweise auf einen Weiler.

Der Deutsche Orden mit Sitz im fränkischen Ellingen baute die Kapelle, die stolze 26 Meter lang und 10 Meter breit war. 1466 wird sie in einem Ablassbrief des Papstes Paul II. erstmals erwähnt. Die Kapelle sei errichtet worden, weil an dieser Stelle ein Bildstock Wunder gewirkt haben soll. Aber schon etwa 50 Jahre später, wohl in den Wirren der Reformation, sei die Kirche dem Verfall preisgegeben worden. Ein Kloster, wie oft zu lesen ist, habe es dort nie gegeben.

Die Ruine blieb nach Erkenntnissen aber ein Ziel für Gläubige. Vom Anfang des 18. Jahrhunderts sind geheime Zusammenkünfte einer evangelisch-pietistischen Sekte am Uhlberg überliefert. Der Anstifter musste mit einer schwarzen Kerze in der Hand vor der Kirchentür in Wolferstadt verharrend seine Ketzerei büßen.

Nach den angeblichen Schätzen sei bereits in früheren Zeiten gesucht worden. Die Ingolstädter Zeitung berichtete 1874, dass „zwei weiße Gestalten“ sowie Raben als Wächter am Uhlberg seien. Viele Besucher beließen es aber nicht beim Graben von Löchern in der dunklen Erde im Inneren der Ruine, die zuletzt 1970 restauriert wurde.

Leider zieht er nicht nur Wanderer, sondern offenbar auch Mystiker, Satanisten und Vandalen an.

Video
Video: Ruinenkirche St. Ulrich auf dem Uhlberg

Anfahrt
Von Treuchtlingen fährt man Richtung Auernheim. Nach ca. 6 km biegt man in der scharfen Rechtskurve (nach dem Sägewerk) links in Richtung Siebeneichhöfe ab. Der Wegweisung folgt man bis zu den Siebeneichhöfen und fährt dort auch durch. Wenn nach der S-Kurve rechts der Wald beginnt, parkt man. Dann geht man am Waldrand den Berg hinauf (Wegweisung Treuchtlingen 1), bis man auf einen geschotterten Waldweg kommt. Dort geht man rechts und nach wenigen Metern folgt man erneut der Wegweisung 1. Dann kommt man direkt an die Ruinenkapelle.

Genauer Standort
Google: 48.936709,10.812135 (Anleitung)
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Erstellt 18.05.2013 | Letztes Update 18.05.2013 | 4726 Aufrufe