St. Walburgis auf dem Walberla

Das Walberla ist nach der angelsächsischen Äbtissin von Heidenheim, Walburga (710 – 779), benannt. Ihr ist auch die Kapelle geweiht, zu der Wallfahrer seit alter Zeit am 1. Mai, dem Namenstag der Hl. Walburga pilgerten. Als Heilige wird Walburga seit dem Mittelalter in ganz Europa verehrt. Walburga war eine Schwester der angelsächsischen Missionare Willibald, dem ersten Bischof von Eichstätt, und Wynnebald (Wunnibald), der in Heidenheim ein Kloster gründete. Dieses erbte Walburga und leitete es bis zu ihrem Tod.

St. Walburgis
Eine erste Kapelle gab es wohl bereits im 9. Jhd., kurz nach der Gründung des Bistums Eichstätt. Die heutige Kapelle, im Kern gotisch, stammt aus dem 16./17. Jhd. Das erste schriftliche Zeugnis über die Walburgiskapelle und die dazugehörige Kirchweih ist eine Urkunde aus dem Jahr 1360. Sie dokumentiert den Vorrang der Herren von Wiesenthau in der Konkurrenz mit dem Bischof von Bamberg um das begehrte Kirchweihschutzrecht.

Anfahrt
In Kirchehrenbach ist der Parkplatz ausgeschildert, von wo aus man zum Walberla startet; dort sind St. Walburgis und die Walberla selbst ausgeschildert.

Genauer Standort
Google: 49.720546,11.153001 (Anleitung)

Sagen um das Walberla und die Hl. Walburga
Die Angst vor Dämonen war in den Dörfern rund um die Ehrenbürg seit alter Zeit sehr verbreitet. Übers Jahr erhofften sich die Menschen Schutz von der heiligen Walburga. Jedoch in der Walpurgisnacht sahen sie sich dem wilden Treiben der Geister hilflos ausgeliefert. Man erzählte, Walburga habe die auf der Ehrenbürg hausenden Dämonen gezwungen, ihr beim Bau der Kapelle zu helfen. Aus Dankbarkeit erlaubte sie ihnen, in der Nacht zum 1. Mai ihr Unwesen zu treiben.

Eine andere Sage berichtet von einem mysteriösen Schloss am Ort der heutigen Kapelle. Dort sprach die herrschende Königin einen Fluch gegen ihre böse Nebenbuhlerin aus. Diese wurde zu Stein und gab der Felsengruppe „Die Steinerne Jungfrau“ ihren Namen.

St. Walburgis auf dem Walberla Was trägt Walburga?

  • Der Abtissinnenstab zeigt an, dass sie ein Kloster leitete.
  • Das Buch ist das Evangelienbuch des Heiligen Bonifatius, mit dem sie zur christlichen Mission im germanischen Gebiet beauftragt wurde.
  • Das Ölkrüglein weist auf das „Walburgisöl“ hin. Unter ihrer Grabstätte sammelt sich seit Jahrhunderten eine Flüssigkeit – vermutlich Kondenswasser – der eine heilende Wirkung zugeschrieben wird.



 
Erstellt 12.06.2012 | Letztes Update 16.06.2012 | 2816 Aufrufe