Wallfahrtskirche Mariahilf in Freystadt

Eine ganz andere Besonderheit, wodurch sich Mariahilf zu Freystadt von anderen Wallfahrtsorten unterscheidet, ist die Tatsache, dass den Anfang und Ursprung nicht himmlische Erscheinungen und Wunder bilden.

Die zwei Buben Hans Steinmetz und Hans Popp haben bei einer Fahrt durch das „Bayerland“ erlebt, wie Frauen mit einer Kirche auf dem Rücken Opfer sammeln, um so zu Geld zu kommen. Davon angetan, sagen sie sich Das können auch wir probieren, bauen ein Marterl mit einem Tonkrügerl und finden bald darin zwei Pfennige.Mit diesen zwei Groschen, die sie von den Kaufleuten auf der holprigen Handelsstraße nebenan zur Aufbesserung ihres Taschengeldes geschenkt bekommen haben, bauen die Buben  im Jahre 1644 auf dem Espan ein Marterl, – und weil´s den Leuten so gut gefallen hat, gleich auch noch ein kleines Kirchlein mit einem Glöcklein drin, um sich besser bemerkbar machen zu können.

1664 wurde die Idee der Buben wieder aufgegriffen und an Stelle der zerfallenen Kapelle eine richtige Kirche gebaut und mit einer geschnitzten Marienstatue ausgestattet. Der Grundstein wurde im Jahre 1700 von Bauherr Ferdinand Lorenz Graf von Tilly gelegt, einem Nachfahren des berühmten Feldherrn aus dem 30-jährigen Krieg. Geplant wurde die Wallfahrtskirche Mariahilf von Hofbaumeister Antonio Viscardi, der mit Mariahilf die Kunst des barocken Zentralbaus aus Italien nach Bayern brachte.

1802 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst, die Franziskaner vertrieben und die Kirche zum Abbruch freigegeben. Der Abriss des Bauwerks konnte gerade noch von Stephan Anton Freiherr von Griesenbeck verhindert werden. 1835 übernahm die Ordensgemeinschaft der Franziskaner wieder die geistliche Betreuung der Wallfahrer und hielt Gottesdienste.

Anfahrt
Egal aus welcher Richtung man kommt; die Wallfahrtskirche Mariahilf ist deutlich sichtbar und nicht zu übersehen, außerdem ist sie ausgeschildert.

Genauer Standort
Google: 49.203853,11.326797 (Anleitung)




 
Erstellt 11.03.2013 | Letztes Update 11.03.2013 | 2318 Aufrufe