Der Feilenforst

Zwischen Ilmendorf, Manching, Hög und Geisenfeid dehnt sich der riesige und historisch bedeutsame Feilenforst aus. Er lag an der alten Salzstraße, die vielleicht schon in der La-Tène-Zeit bestand, verlief vom keltischen Ringwall Manching über Ernsgaden über Ilmendorf nach Landshut ging. Gegenwärtig noch 2.400 ha groß, vor der Rodung ein Urwald von 10.000 ha, der auch die Stelle des heutigen Geisenfeid bedeckte.

Feilenforst (südlicher Teil)

Im Feilenforst und Feilenmoos wurden Funde gemacht aus der Hügelgräberbronzezeit (1550 – 1200 v. Chr.), aus der Urnenfelderzeit (1200 – 800 v. Chr.) bei Baumannshof und Forstwiesen sowie aus der Hallstattzeit (800 – 500 v. Chr.), und zwar die Hügelgräber an der Straße Geisenfeld – Baar. Die Kelten der La-Tène-Zeit (500 – 15 v. Chr.) haben das Raseneisenerz des Feilenmooses verarbeitet so wurden noch zahlreich Eisenschlacken gefunden.

Anfahrt
Es gibt viele Möglichkeiten, in den Feilenforst zu gehen, z. B. von Hög aus, von der ST 2335 zwischen dem Naherholungsgebiet Feilenmoos und Geisenfeld aus oder die Waldwege entlang der B 300 zwischen Geisenfeld und Hög. Ich empfehle letzteres und da besonders der Parkplatz am Roten Kreuz. Der befindet sich ca. 2,3 km nach dem Ortsende Geisenfeld in Richtung Hög (B 9/ Augsburg).

Ȇbersichtskarte Feilenforst

Genauer Standort
Google: 48.666535,11.55211 (Anleitung)

Geschichte
Kaiser Otto der Große (936 – 973) hat den Grafen Eberhard I. von Sempt und Ebersberg mit dem Feilenforst belehnt. 1030 kam der riesige Forst an das neu gegründete Kloster Geisenfeid. Fast 800 Jahre blieb er im Besitz des Klosters, bis er bei der Säkularisation vom Staat beschlagnahmt wurde.

Im Feilenforst fand 1667 die „Geisenfelder Konferenz“ statt. König Ludwig XIV. von Frankreich hatte nach dem Tode seines Schwiegervaters, des Königs Philipp IV. von Spanien, 1665 die spanischen Niederlande besetzt. Der Kaiser, die deutschen Fürsten und der neue spanische König wollten die Franzosen aus den Niederlanden wieder vertreiben. Die Abgesandten mehrerer deutscher Fürsten suchten den bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria auf, der gerade im Feilenforst zur Jagd weilte, um ihn für die Teilnahme am Bündnis gegen Frankreich zu gewinnen. In der Geisenfelder Konferenz von 1667 hat sich der bayerische Kurfürst beharrlich geweigert, so daß ein kriegerisches Vorgehen gegen Frankreich unterblieb.




 
Erstellt 26.11.2012 | Letztes Update 27.11.2012 | 2470 Aufrufe