Der Teufelsgraben bei Prackenfels

Die geheimnisvolle und sagenhafte Schwarzach beherrscht schon ungezählte Jahrtausende das Tal südlich von Prackenfels. Die Prethalmühle aus dem 14 Jhd. belegt eindrucksvoll, dass das Wasser schon immer dort war.
Das ist auch die Gegend des Teufelsgrabens, der bezeichnenderweise zwischen dem Heiligenholz und der Marterslohe liegt. Sagen und Mythen schienen hier das Leben der Menschen von jeher zu bestimmen, was sich an den Namen wie Teufelskirche, Teufelshöhle und eben dem Teufelsgraben erkennen lässt.

Der besagte Teufelsgraben läuft absolut unscheinbar aus einer Klamm und wirkt recht harmlos; das ändert sich aber noch, wenn man ihn (bei wenig Wasser) hinauf läuft. Durch weite Brennesselfelder geht es erst einmal an den Bach. Angriffslustige Insekten stürzen sich auf den Besucher und versuchen, im Einhalt zu gebieten. Die Seiten der Klamm wachsen immer höher heinauf und werden immer enger. Die Flora wird immer urtümlicher; umgestürzte, stark vermooste Bäume liegen quer, als wollten sie den Besucher von einer weiteren Begehung abhalten. Das ganze Flair ist mystisch und geradezu unheimlich und man erlebt, warum der Teufelsgraben seinen Namen trägt!

Sage
In altersgrauer Zeit erzwang sich gefürchteter Raubritter, „Kuno von Kropfburg“, von seinem Herrn, dem Besitzer von Grünsberg, das Recht, auf dem östlichen Ende des nördlich der Schwarzach liegenden Uferberges, wo derselbe steil ins Pfaffental abfällt, eine Burg zu erbauen. Weil er nun aber ein vieler diabolischer Künste mächtiger Raubritter war, verhandelte er in der Teufelskirche bei Grünsberg mit dem Gottseibeiuns. Nach geschlossenem Pakt fuhr der Satan in den Felsen und an der Stelle wieder aus der Teife, wo Kuno seine Burg erbaute.

Der Brunnen war somit durch diesen Teufelsritt bereits fertig, und um ihn herum entstand die mächtige Segelsburg. Hier hatte Kuno ein wunderbares Versteck und von hier aus betrieb er mit Leidenschaft die Wegelagerei und Heckenreiterei. Die geraubten Schätze versteckte er in der Teufelshöhle unterhalb des Burgberges. Er treib sein verbrecherisches Handwerk so lange, bis ihm die Städter im jenseits der Schwarzach gelegenen Teufelsgraben den Garaus machten.
(Quelle: Jugendhaus Prackenfels)

Tipp
Zum Begehen des Teufelsgrabens sollte man unbedingt wasserdichte Schuhe anziehen und Mückenschutz aufgetragen haben.

Anfahrt
Von Altdorf (bei Nürnberg) fährt man nach Prackenfels und dann durch den Ort durch in Richtung Prethalmühle. Nach dem Ortsende kommt im Tal eine scharfe Linkskurve, an der eine Infotafel steht. Dort parkt man, geht über die Holzbrücke und dann ganz links. Nach ca. 650 m läuft man über ein von rechts kommendes Bächlein. Dort beginnt der Teufelsgraben auf der rechten Seite .

Genauer Standort
Google: 49.369324,11.355915 (Anleitung)
Google Earth: Download KMZ-File
GPS-Daten: Download GPX-File




 
Erstellt 31.07.2012 | Letztes Update 17.01.2014 | 2682 Aufrufe