Teufelskirche bei Grünsberg

Die geheimnisvolle Schwarzach beherrscht schon ungezählte Jahrtausende das Tal zwischen Prackenfels und Grünsberg. Sagen und Mythen schienen hier das Leben der Menschen von jeher zu bestimmen, was sich an den Namen wie Teufelsgraben, Teufelshöhle und der Teufelskirche erkennen lässt. Und auch der Bach, der sich seinen Weg durch die Teufelskirche bahnt, ist ziemlich geheimnisvoll.

Aus den Tiefen entspringend, bahnt sich dieser Bach seinen Weg über Wasserterassen ans Tageslicht. Schwarze Felsgruppen bilden einen monumetalen Halbkreis und  Kulisse um diese Wasserfälle. Hier scheint das Zentrum zu sein.

Teufelskirche

Spektakuläre Felsen, alte knorrige, vermooste Bäume und dichte Farnwiesen begleiten das Wasser bei seinem Lauf durch das teilweise enge Tal. Steil aufragende Felsen lassen nicht all zu viel Sonne zu und es liegt eine mystische, fast schon unheimliche Stimmung in der Luft. Trotzdem ist es ein ursprünglicher und kraftvoller Ort, an dem man sich wohlfühlen kann.

Meine Beobachtung
Aber vielleicht geht er trotzdem auf seine Besucher ein. Als ich nämlich das Tal besucht habe, war es beim Betreten wunderbares, sonniges Wetter. Es lag eine gute Stimmung in der Luft, aber je mehr ich mich dem Ende des Tals, den Wasserfällen genähert habe, desto geheimnisvoller wurde die Stimmung und auch das Wetter zog sich zu. Es war aber keine negative Stimmung, aber irgendwie mystisch. Beim Rückweg lief es dann genau anders herum und ich verlies das Tal wieder bei Sonnenschein.

Geologie
Vor ca. 200 Mio. Jahren, in der Übergangszeit zwischen Trias und Jura, wurden feinkörnige und sandige Sedimente abgelagert, die sich später zu Ton- und Sandstein verfestigten. Da man nicht unterscheiden kann, welche der Gesteine aus Rhät und welche aus Lias stammen, nennt man sie Rhäto-Lias-Schichten.

Die Felswände deuten darauf hin, dass ab dem 16. Jahrhundert nach Kohle gegraben wurde. An den Felsen bemerkt man Schächte, durch die man bis zu 50 m in den Berg eindringen kann. Das ist aber aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen!

Empfehlenswerter Link: »Geocaching.com

Sagen
Als während einer Jagd die Schützen nahe der Schlucht standen, wohin die Hasen getrieben wurden, traf kein einziger Schütze. So oft einer abdrückte, wurde ihm von unbekannter Hand der Gewehrlauf verrückt. Endlich bemerkte ein Jäger, wie einer mit Krallen aus dem Rockärmel rasch an den Gewehrlauf eines zielenden Schützen stieß. Er machte Lärm, alle Jäger legten nun auf den Teufel an, der in seiner Angst in den Kessel stürzte und, als er sich auch da verfolgt sah, mit donnerähnlichen Krachen in die Felswand fuhr und die Stücke herausschleuderte, wie sie noch da liegen. In Prackenfels kam er wieder heraus: Deshalb heißt diese Schlucht Teufelskirche.

Einer anderen Sage nach ist an dieser Stelle ein gottloser Ritter von der nahen Burg Thann auf der Jagd vom Teufel geholt worden. Sein Frevel soll es gewesen sein, trotz der Mahnung des Pfarrers am Karfreitag in dem unwegsamen Gelände einem Hirsch nachgestellt zu haben.
(Quelle: Jugendhaus Prackenfels

Eine weitere Sage findet man hier »Teufelskirche.

Anfahrt
Man fährt in Grünsberg aus Richtung Weinshof kommend, den Berg hinab. In der Rechtskurve geht links eine Straße ab, an der die Teufelskirche ausgeschildert ist. Dort kann man aber nicht parken; versuchen kann man es in der nächsten Einfahrt rechts (Achtung, Parkplatz eines Gasthauses!). Dann läuft man zu der Beschilderung „Teufelskirche“ zurück.

Genauer Standort
Google: 49.37332,11.328106 (Anleitung)




 
Erstellt 08.08.2012 | Letztes Update 17.01.2014 | 3006 Aufrufe