Petersfriedhof Straubing

Der ummauerte Friedhof von St. Peter mit Grabmälern des 14. bis 20. Jahrhunderts gehört zu den bedeutendsten Friedhofsanlagen im deutschen Raum. Das Gebiet ist nicht nur als Platz des römischen Kastells und dessen Vorläufer geschichtlich bestätigt, sondern auch als christliche Gebets- und Begräbnisstätte mit dem romanischen Münster, den Karner-Kapellen zu Unserer Lieben Frau (Heil der Kranken), der Toten- und Seelenhauskapelle sowie der Agnes-Bernauer-Kapelle innerhalb der ovalen Friedhofsumfassung von einmaliger Bedeutung.

Petersfriedhof Straubing Um die romanische Kirche und die anderen drei Kapellen bildet der Friedhof einen Ort von einzigartigem Charakter. Zweifellos handelt es sich um eine Friedhofsbefestigung, vielleicht um das Hauptbefestigungswerk der Altstadt Straubings. Den Reichtum des Friedhofs zeigt sich u.a. durch seine schmiedeeisernen Grabkreuze. Einige stammen noch aus der Frühzeit des 18. Jahrhunderts, die Mehrzahl aus dem Klassizismus.

„Es wäre müßig, über dieses Paradiesgärtlein etwas zu sagen, denn wer es nicht gesehen, wird daran kaum glauben mögen. Und wer es gesehen, der weiß, daß man den Petersfriedhof, Straubings Schatzbehalter, nicht mit Worten ausschreiben kann.“ (Hans Karlinger)

Kapelle Unserer Lieben Frau (Heil der Kranken)
Diese Älteste der drei Friedhofskapellen ist am weitesten nach Osten gerückt: eine doppelgeschossige Anlage mit Karner aus dem 15. Jahrhundert, in der Anlage vielleicht schon romanisch. Die zweigeschossige Kapelle umfasst zwei Joche und ist im Moment geschlossen.

Agnes Bernauer Kapelle
Die Kapelle ist mit dem tragischen Geschick der Augsburger Baderstochter Agnes Bernauer, der heimlichen Gemahlin des bayerischen Herzogs Albrecht, verbunden. Die tiefe Spannung zwischen Herzog Albrecht und seinem Vater Herzog Ernst nach dem gewaltsamen Tod des Ertränkens der Bernauerin in der Donau am 12. Oktober 1435 wurde schließlich durch Vermittlung des Kaisers beseitigt. Herzog Ernst erbaute zur Sühne die Kapelle nach 1435 auf dem Petersfriedhof.

Ölberg
An der Ostseite des Friedhofs steht ein kapellenartiger Bau aus der Barockzeit, eine rechteckige Anlage mit vier Kreuzjochen. Jedes Joch öffnet sich zum Friedhof mit einer Stichbogenarkade. Im Südlichen Joch ist ein großer barocker Ölberg aufgestellt. Die Figuren aus Stein sind bemalt. Das romanische Kruzifix aus dem 12. Jahrhundert befindet sich als Leihgabe im Städtischen Museum Straubing.

Link
Peter Steinke hat auf seiner Seite „Kult-Urzeit“ einen reich bebilderten »Beitrag geschrieben, der sehr zu empfehlen ist.

Anfahrt
Von der Uferstraße biegt man in die Kirchgasse ab, wo St. Peter und der Friedhof sofort zu sehen sind. Dort kann man auch gut parken. Der Friedhof liegt nahe des Klinikums Sankt Elisabeth.

Genauer Standort
Google: 48.886194,12.588265 (Anleitung)




 
Erstellt 05.08.2013 | Letztes Update 09.10.2013 | 2312 Aufrufe