Wackelstein bei Thurmannsbang

Auf der breiten Kuppe, 2 km nördlich von Entschenreuth in der Gemeinde Saldenburg, treten nahe dem Abfall des Berges nach Süden einige kleinere Felsen zutage. Besonders auffallend ist ein großer Block mit ca. 3 – 4 m Kantenlänge, flacher Oberseite, und gewölbter Unterseite, der auf einer fast ebenen Felsplatte ruht. Trotz seines großen Gewichtes, er dürfte mindestens 50 Tonnen wiegen, kann ihn ein einziger, kräftiger Mensch leicht zum Schaukeln bringen. Dieser „Wackelstein“ stellt eine Laune der Natur dar und hat sich ohne menschliches Zutun durch natürliche Vorgänge entwickelt.

Vor etwa 300 Millionen Jahren, in der Steinkohlezeit (Karbon), entstand dieses Gestein aus einer glutflüssigen Gesteinsschmelze in einer Tiefe von mehreren Kilometern. Im Laufe der Zeit wurde das Gebiet des Bayerischen Waldes und des Böhmerwaldes langsam und mit Unterbrechungen über das umliegende Gelände gehoben, was zu einer weitgehenden Abtragung der darüber liegenden Gesteinsschichten führte. So liegen heute Gesteine an der Oberfläche, die ursprünglich in großer Tiefe aus einer glutflüssigen Schmelze erkaltet sind.

Diese unterliegen einer langsamen, aber immer weiter fortschreitenden Verwitterung und Abtragung. Bei geeigneten Voraussetzungen kann die Gleichgewichtslage einer Gesteinsplatte, die durch Abwitterung langsam zu einem gerundeten Block umgeformt wird, so verändert werden, dass sie im Großen und Ganzen zwar noch sicher auf ihrer Unterlage ruht, aber schon durch geringe Kräfte, zum Pendeln um ihren Schwerpunkt gebracht werden kann. Insbesondere ist dies der Fall, wenn sich ihre Gestalt einer Halbkugel nähert, die auf ebener Unter läge hin- und herrollen kann. Als eigenartige und interessante Gebilde der Natur verdienen sie unsere besondere Ehrfurcht und sollten daher nicht, aus welchen Gründen auch, immer, zerstört werden.

In der Nähe
Nur ca. 5 Min. vom Wackelstein entfernt, befindet sich der sehenswerte »Raumschiff-Felsen.

Anfahrt
ThurmannsbangIn Solla (bei Thurmannsbang) folgt man der Straße weiter nach Loh und fährt durch den Ort durch. Ca. 150 m nach dem Ortsende sieht man in einer Talsenke bereits die Ausschilderung „Wackelstein“. Dort parkt man, folgt dieser Wegweisung und kommt auf dem ersten Weg schräg links den Berg hinauf und kommt an den Wackelstein. Dahinter liegt ein weiteres Exemplar, das aber nicht ganz so spektakulär ist. (Zum Vegrößern bitte den Plan klicken)

Genauer Standort
Google: 48.796808,13.31634 (Anleitung)




 
Erstellt 03.11.2013 | Letztes Update 06.11.2013 | 2078 Aufrufe